// HEISE ONLINE — HARDWARE & GADGET
Ballongestütztes militärisches Radar soll Luftraumüberwachung ergänzen
Ein schwebendes Radarsystem bietet bessere "Sicht" auf mögliche Angreifer. Point@Air nutzt einen Fesselballon, um das Radar in der Luft zu halten.
Das Radarsystem von IAI hängt unter einem heliumgefüllten Fesselballon.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Das von Israel Aerospace Industries (IAI) entwickelte Radarsystem Point@Air soll die militärische Luftraumüberwachung ergänzen. Das System aus einem gefesselten, mit Helium gefüllten Ballon kann ein AESA-Radarsystem (Active Electronically Scanned Array) so in der Luft platzieren, dass es Ziele in der Luft, am Boden und im Wasser erfassen und verfolgen kann. Die üblichen Beeinträchtigungen von Radarsystemen durch Hügel, Gebäude und die Erdkrümmung sollen so vermieden werden. Insbesondere tieffliegende Drohnen und Flugzeuge können schneller erkannt werden, heißt es.
Point@Air wird von Bodentruppen in die Luft gebracht und steht danach weitgehend statisch an einer Position in der Luft. Integriert ist ein Radarsystem, das auf Radare der Typenfamilie ELM-2083 von IAI basiert, allerdings kleiner sein soll. Dabei handelt es sich um ein Radar mit elektronischer Strahlschwenkung in Azimut und Elevation. Zusätzlich kann das System mechanisch gedreht werden, sodass eine 360-Grad-Rundumabdeckung gewährleistet ist. Mehrere unterschiedliche Ziele können damit zugleich von dem Radar erfasst und verfolgt werden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich dabei um Luft-, Bodenziele oder Ziele auf dem Wasser handelt.
Dadurch, dass das Radar hoch in der Luft steht, werden etwa geologische Hindernisse, die von feindlichen Drohnen, Flugzeugen und Bodenfahrzeugen bei Annäherung zur Deckung ausgenutzt werden können, weitgehend umgangen. Denn das Radar „sieht“ durch die erhöhte Position darüber hinweg. Mögliche Angriffe können so frühzeitig erkannt und etwa angreifende Drohnen bekämpft werden. Nach Angaben von IAI sei Point@Air wesentlich effizienter in der Erkennung tieffliegender Angreifer als bodengestützte Radarsysteme.
Point@Air eigne sich für stationäre Dauereinsätze und lasse sich darüber hinaus schnell verlegen, sodass es flexibel je nach Bedarf an verschiedenen Orten eingesetzt werden kann. Genaue Angaben zu dem System macht IAI bislang nicht. So fehlen etwa Informationen zur Flugdauer des Ballons, zur Einsatzhöhe und Radarreichweite. Auch ist unklar, wie lange es dauert, bis das System aufgebaut und einsatzbereit ist. IAI schreibt lediglich, dass das Point@Air-System in bestehende Führungs- und Feuerleitsysteme integriert werden kann und Ziele selbstständig priorisiert. Die Radarinformationen können so automatisch zur Zielerfassung von Waffensystemen genutzt werden. Das System eigne sich damit zur kontinuierlichen Luftraumüberwachung und Frühwarnung, heißt es von IAI.
IAI stellt Point@Air derzeit auf der Militärmesse AUSA Annual Meeting & Exposition 2026 aus, die von der Association of the United States Army vom 12. bis 14. Oktober in Washington durchgeführt wird.
Keine News verpassen! Jeden Morgen der frische Nachrichtenüberblick von heise online
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren
Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer
Datenschutzerklärung.