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GTA 3: Das ikonische Cover-Artwork wurde in letzter Sekunde geändert, wie Ex-Rockstar-Chef Houser enthüllt
In einem neuen Interview erklärt Dan Houser, dass das heute weltberühmte Design des Open-World-Klassikers erst nach den Ereignissen von 9/11 entstand.
Dan Houser, einer der Mitbegründer von Rockstar, der das GTA-6-Studio 2020 verlassen hat, hat IGN ein ausführliches neues Interview gegeben. Darin spricht er über verschiedene Themen, darunter die nervenaufreibende Entwicklung von Bully, die Änderungen am Cover-Artwork von Grand Theft Auto 3 nach dem 11. September, die Reaktionen auf das Ende von Red Dead Redemption und warum er Max Payne 3 für einen Fehlschlag hält.
Am spannendsten finde ich dabei die Entstehungsgeschichte des ikonischen Cover-Artworks von GTA 3. Diese Vorlage diente seitdem für jedes Spiel der Reihe als Basis – zuletzt kam sie beim Cover von GTA 6 zum Einsatz. Tatsächlich entstand dieses Design nämlich erst in allerletzter Minute.
„Das Lustige daran ist: Das ikonische GTA-Cover hat Stephen Bliss an etwa zwei Abenden entworfen. Das ursprüngliche Motiv wäre nach den Anschlägen vom 11. September wahrscheinlich zu anstößig gewesen, weil darauf brennende Gebäude zu sehen waren“, verriet Houser gegenüber IGN. „Ohne 9/11 wäre das alte Cover völlig in Ordnung gewesen. Dieser Look mit den Splittern und Quadraten, der heute so berühmt ist, entstand also nur wegen des 11. Septembers.“
GTA 3 spielt in Liberty City – einer kaum verhüllten Parodie des echten New York City, wo sich die Tragödie vom 11. September ereignete. In den Monaten und Jahren danach war die Gesellschaft extrem sensibel, wenn es darum ging, Zerstörung und Tod öffentlich darzustellen. Das musste Rockstar bei der Veröffentlichung des Spiels kurz nach den Anschlägen natürlich stark berücksichtigen.
„Einige Inhalte wären eigentlich harmlos gewesen, wirkten aber direkt nach 9/11 vielleicht ein wenig deplatziert“, erklärte Houser. „Wir mussten sie also entfernen. Das Team hat sich zusammengetan, diese Elemente gestrichen und einige Dialogzeilen angepasst. Nach einer kurzen inhaltlichen Prüfung hielten wir das Ergebnis für gut. Das Spiel erschien dann im Oktober 2001. Die Verkaufszahlen stiegen bis Weihnachten und Anfang 2002 stetig an und brachen einfach nicht ab. Es gab keine einzelne Woche, die völlig durch die Decke ging. Der Verkauf lief stattdessen Woche für Woche munter weiter.“
Das erwähnte Artwork (siehe oben) ist heute natürlich genauso kultig wie die damaligen Meilensteine des neuen Open-World-Gameplays von GTA 3. Das ist auch Houser bewusst: „GTA ist ein Teil der allgemeinen Popkultur geworden. Man sah das beispielsweise an YouTube-Clips, in denen das HUD eingeblendet war, oder an Leuten, die das Logo nutzten. Wenn man heute in einen großen Urlaubsort fährt, gibt es dort fast immer T-Shirts im Stil des GTA-Covers zu kaufen. Diese Entwicklung zeichnete sich schon vor zehn Jahren ab.“
Das ist nicht das erste Lebenszeichen von Dan Houser in den letzten Monaten. Bereits im Juli äußerte sich der Rockstar-Mitbegründer gemeinsam mit dem langjährigen GTA-Autor Lazlow Jones zur anhaltenden Debatte um physische Spiele. „Ich weiß nicht, ob mich das überhaupt kümmert“, antwortete er auf die Frage nach Sonys Plänen, physische Discs ab Januar 2028 abzuschaffen. „Aber wenn die Leute so etwas wollen, sollten die Unternehmen es auch anbieten. So kritisch manche auch gegenüber digitalen Releases eingestellt sind: Die Möglichkeit, Spiele nachträglich zu updaten und Fehler zu beheben, hat der Qualität der Titel enorm geholfen.“
Abseits davon arbeitet Houser mit seiner Firma Absurd Ventures an einem neuen Open-World-Action-Adventure. Hier erhaschten wir kürzlich einen ersten Blick auf „ein paar wenige Charaktere“, die in einem „storygetriebenen Action-Comedy-Adventure im Absurdaverse“ auftauchen werden.