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Papst Leo XIV.: Was bedeutet die Diagnose Adenokarzinom?
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Viele Lungentumoren sind Metastasen anderer Krebsarten. Ein Lungenadenokarzinom entsteht dagegen primär in der Lunge. So ist es dem Vatikan zufolge bei Papst Leo XIV.
Lungenkrebs wird in zwei Hauptgruppen unterteilt: nicht kleinzellige Karzinome, die häufigste Form, und kleinzellige Karzinome, die aggressiver sind. Laut der Amerikanischen Krebsgesellschaft machen diese etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle aus.
Das Lungenadenokarzinom gehört zur ersten, weniger aggressiven Gruppe und ist die häufigste Art von Lungenkrebs.
Obwohl Rauchen der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs bleibt, betrifft die Mehrheit der heute diagnostizierten Fälle Menschen, die nie geraucht haben oder vor Jahren damit aufgehört haben. Papst Leo ist nach Informationen der »New York Times« Nichtraucher.
Lungenkrebs ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Prognose hängt stark von der Krebsart und dem Stadium des Tumors bei der Diagnose ab.
Ein Lungenadenokarzinom lässt sich gut behandeln, wenn es früh erkannt wird, erklärt Juanita Mora, Sprecherin des Amerikanischen Lungenverbands, der Nachrichtenagentur AFP. Beginne die Therapie rechtzeitig und werde der Tumor vollständig entfernt, liege die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 80 bis 98 Prozent.
Papst Leo erklärte am Sonntag, der Tumor sei »in einem sehr frühen Stadium« entdeckt worden. Bereits am Dienstag entfernten Ärzte den Knoten operativ. Um sicherzugehen, dass kein bösartiges Gewebe zurückbleibt, entnahmen sie den gesamten Unterlappen des rechten Lungenflügels, teilte der Vatikan mit.
»Das entspricht dem Standardverfahren«, sagt Onkologe David Carbone der Nachrichtenagentur AFP. Die Entfernung eines Lungenlappens beeinträchtige die Lungenfunktion nicht zwangsläufig. Die Lunge habe eine große Reservekapazität. Selbst mit nur einem Lungenflügel könne man ein normales Leben führen. Carbone rechne damit, dass der Papst sich rasch erholen wird.
Nun muss geklärt werden, ob Leo XIV. nach der Operation weitere Behandlungen wie Chemo- oder Strahlentherapie benötigt. Das hängt von der Größe des Tumors, seiner Aggressivität, genetischen Eigenschaften und einer möglichen Ausbreitung ab. Laut Vatikan laufen dazu bereits Untersuchungen.