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Gaming für Christen - Ein kanadischer Konsolen-Hersteller wollte einst Christen zu Gamern bekehren
Christlicher Spargel hat sich dann doch nicht durchgesetzt.
Gaming zieht sich heutzutage durch so ziemlich jede Gesellschaftsschicht. Es ist kein Hobby mehr, das nur Nerds und Kinder beschäftigt; sowohl Normalos wie die 78-jährige Cath von nebenan als auch Promis wie Ben Affleck zocken.
Videospiele hatten aber nicht immer einen so guten Ruf. Vielleicht erinnert ihr euch an die Zeit vor 20 Jahren, als ein gewisser Anwalt Spiele wie Grand Theft Auto verbieten lassen wollte, weil sie Jugendliche seiner Meinung nach zu Gewalttätern machten. In etwa zu dieser Zeit dachte sich ein kanadischer Konsolenhersteller offenbar: »Wir sollten uns die Zielgruppe christlicher Familien schnappen.«
Die Rede ist vom Game Wave Family Entertainment System – oder kurz: Game Wave –, welches eher einem DVD-Player ähnelt, als einer richtigen Spielkonsole. Aber die Game Wave hatte vier fernbedienungsähnliche Controller, mit denen die Spieler in Trivia-Quizzes und Partyspielen gegeneinander antraten.
2005 brachte die kanadische Firma Zapit die Konsole in Kanada und den USA für knapp 100 Dollar auf den Markt. Anfangs wurde das Quiz-Spiel 4 Degrees: The Arc of Trivia mitgeliefert, doch das Unternehmen entdeckte schnell eine neue Marktlücke für sich: konservative, christliche Haushalte.
Welche Tugend könnte hier gemeint sein?
Da diese nichts mit brutalen und gewaltverherrlichenden Spielen wie Half-Life oder Oblivion zu tun haben wollten, mussten Titel her, die die fromme Botschaft Gottes transportierten und freundschaftlichen Wettbewerb ermöglichten. Deshalb schob Zapit im Jahre 2006 auch gleich die Bibel-Edition von 4 Degrees: The Arc of Trivia hinterher, in welchem die Spieler auf ihre Bibelfestigkeit getestet werden.
Damit hatte Zapit den Fuß in der Tür christlicher Haushalte, doch so richtig hat es noch nicht in der Kasse geklingelt. Es musste etwas her, das mehr nach Spiel schrie als nach einem Brettspiel aus den 80ern. Also ließ man sich von der Konkurrenz inspirieren und kopierte das, was dort Erfolg hatte. Und wer könnte da besser geeignet sein als der Marktführer in Sachen Familienfreundlichkeit? Nintendos Mario Party schien ein geeigneter Kandidat zu sein.
Für ihren Klon des beliebten Partyspiels tat Zapit sich mit der Animationsserie VeggieTales zusammen, in der die Gemüsemännchen Bob Tomate und Larry Gurke christliche Werte an Kinder vermittelten. VeggieTales war auch ziemlich erfolgreich und wurde sogar für den deutschen Markt synchronisiert; der Schachzug war also durchaus clever.
Heraus kam das Spiel VeggieTales: Veg-Out! Family Tournament, in dem sich bis zu vier Spielerinnen und Spieler in einer Reihe von Minispielen gegeneinander behaupteten: