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Spiel des Zero-Escape-Machers eigestellt, neues Studio in Gefahr
Kotaro Uchikoshi wendet sich nach dem plötzlichen Projektstopp mit einem dramatischen Hilferuf an die Öffentlichkeit und warnt vor den Folgen von KI.
UPDATE 21:37 Uhr: In einem nachfolgenden Tweet stellte Uchikoshi klar, dass er weiterhin Teil von TooKyo Games ist und sich keineswegs mit Studio-Mitgründer Kazutaka Kodaka zerstritten hat. Kodaka scherzte sogar, er habe sich wohl „in den Danganronpa-Entwickler verliebt“. „Wir stehen uns immer noch so nahe, dass wir sogar Pyjamapartys veranstalten und zusammen Erdbeermilch-Boba schlürfen.“
Was das eingestellte Spiel seines neuen Studios angeht – worüber ihr weiter unten mehr erfahrt –, überrascht es kaum, dass Uchikoshi nicht näher ins Detail gehen kann, woran er genau gearbeitet hat oder warum das Projekt gecancelt wurde. „Ich überlasse das eurer Fantasie. Aber wenn Uchi-Fans den Titel gehört hätten, wären sie vermutlich vor Freude drei Tage und drei Nächte lang mit Nasenbluten im Kreis getanzt“, schrieb er. „Ernsthaft betrachtet haben aber wohl die tiefgreifenden Veränderungen in der Gaming-Branche eine Rolle gespielt. Und was hat diese Veränderungen ausgelöst? Machen wir uns nichts vor... KI (Künstliche Intelligenz).“
Der berühmte Zero-Escape-Autor erklärte, dass generative KI mittelgroße Entwicklerstudios unter Druck setzt. Diese müssen Wege finden, um die Produktionskosten von Spielen zu senken – ein Thema, das diese Woche besonders aktuell ist, da Google ein öffentlich zugängliches Gen-AI-Tool für die Spieleentwicklung angekündigt hat. Dazu äußerte sich Uchikoshi wie folgt:
„Durch die Fortschritte im Bereich der KI können Menschen Spiele heute viel günstiger entwickeln. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen mittelgroße Studios wie wir Wege finden, die Kosten zu drücken. Allerdings ist der Einsatz von KI bei der Spieleentwicklung heutzutage generell verpönt, nicht wahr? Unter diesen Umständen kämpfen wir leider auf verlorenem Posten.
Es wird oft angenommen, dass Entwickler durch den Einsatz von KI ihren Job verlieren könnten. Das Gegenteil kann aber genauso zutreffen. Mit anderen Worten: Wenn man KI nicht nutzt, kann einen das ebenfalls den Job kosten. Wäre der Einsatz von KI eine Option gewesen, hätte das Projekt vielleicht nicht abgesagt werden müssen. Selbstverständlich hätten Menschen die gesamte kreative Arbeit übernommen und nur die lästigen Routineaufgaben der KI überlassen. Auf diese Weise hätten wir womöglich die Entwicklungszeit verkürzt, statt Personal abzubauen.
Ach ja, nur um das klarzustellen: Das bedeutet nicht, dass das Budget der direkte Grund für die Einstellung war. Ich sage nur, dass die Dinge vielleicht anders verlaufen wären, wenn wir die Kosten weiter hätten senken können.“
URSPRÜNGLICHE MELDUNG 20:14 Uhr: Ein neues Spiel von Kotaro Uchikoshi (bekannt für Zero Escape und The Hundred Line: Last Defense Academy) wurde eingestellt. Die Zukunft seines Studios steht damit in den Sternen.
Uchikoshi erlangte Kultstatus als Autor und Regisseur der Zero-Escape-Trilogie, einer gefeierten Reihe von Locked-Room-Puzzlern für den DS, die später auch für moderne Plattformen erschien. Der selbsternannte „Deadass Underrated Director“ wandte sich kürzlich an die Öffentlichkeit, um sein neues Studio Crash Keys vorzustellen – und gleichzeitig um Hilfe zu bitten.
„Ehrlich gesagt geht es mir überhaupt nicht gut... Warum? Weil das Spiel, in das unser gesamtes Team rund anderthalb Jahre lang Herzblut gesteckt hat, plötzlich eingestellt wurde“, tweetete er heute. „Ich stehe quasi über Nacht ohne Job da. Ein absoluter Blitz aus heiterem Himmel.“