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Tote Elefanten verändern die Savanne noch nach Jahren
Ökologisches Nachwirken: Wenn ein Elefant stirbt, endet sein Einfluss auf die Savanne nicht. Eine Untersuchung von 40 Kadaverplätzen zeigt an bis zu 7,7 Jahre alten Fundstellen stark erhöhte Nährstoffmengen, aber eine geringere Vielfalt von Pflanzen und Bodenbakterien. Zugleich locken die nährstoffreichen Gräser dort deutlich mehr Weidetiere an.
Santa Barbara (U.S.A.). Elefanten formen die afrikanische Savanne, indem sie Bäume umstoßen, Wege schaffen und Pflanzen fressen. Doch auch nach ihrem Tod verändern die mächtigen Tiere ihre Umwelt. Ein Kadaver liefert enorme Mengen organischer Substanz und kann den Boden über Jahre hinweg prägen.
Dass Aas in seiner Umgebung Nährstoffe freisetzt, ist seit Langem bekannt. Unklar war jedoch, wie weitreichend und dauerhaft der Einfluss eines bis zu sechs Tonnen schweren Elefanten ist. Denn mehr Nährstoffe bedeuten nicht automatisch mehr Artenvielfalt.
Forscher der University of California, Santa Barbara (UCSB) um Courtney G. Reed haben nun 40 Kadaverplätze im südafrikanischen Kruger-Nationalpark analysiert. Die Elefanten waren zwischen acht Tagen und 7,7 Jahren zuvor gestorben. Das Team verglich Boden, Pflanzen und Weideaktivität unmittelbar an den Kadavern sowie in ihrer Umgebung mit Kontrollflächen in 15 Metern Entfernung.
Schon unmittelbar nach dem Tod wird der Untergrund stark verändert. Das Gewicht des Tieres drückt Pflanzen nieder, während Aasfresser den Boden aufreißen und die Reste verteilen. Die gestörte Fläche kann sich über rund 80 Quadratmeter erstrecken und bleibt auch nach dem Verschwinden der Weichteile erkennbar.
„Das setzt die Pflanzengemeinschaften praktisch auf null zurück“, erklärt Deron E. Burkepile von der University of California, Santa Barbara (UCSB).
Mit der Zersetzung gelangen große Nährstoffmengen in den Boden. Die Forscher fanden an den Kadaverstellen im Mittel 31-mal so viel Ammonium, siebenmal so viel Nitrat und dreimal so viel pflanzenverfügbaren Phosphor wie auf den Vergleichsflächen. An sehr frischen Stellen konnten einzelne Stickstoffwerte sogar bis zum 3.000-Fachen ansteigen.
Die Nährstoffflut fördert zunächst keineswegs eine bunte Pflanzendecke. Vielmehr bleibt die Pflanzenvielfalt an den Kadaverplätzen geringer als in der umliegenden Savanne. Auch die Vielfalt der Bodenbakterien ist selbst an älteren Fundstellen noch vermindert. Bei den Bodenpilzen zeigte sich dagegen eine allmähliche Erholung.
Die Analysen zeigten einen Zusammenhang zwischen hohen Ammoniumwerten und geringer Pflanzen- sowie Bakterienvielfalt. Möglicherweise vertragen nur bestimmte Organismen solche Bedingungen und setzen sich gegen andere Arten durch. Ob der Nährstoffüberschuss allein für den Rückgang verantwortlich ist, lässt sich aus den Beobachtungsdaten aber nicht beweisen.
Weniger Arten bedeutet hier auch nicht weniger biologische Aktivität. Das im Labor bestimmte Bodenatmungspotenzial, ein Maß für die Aktivität der Bodenmikroorganismen, war an jüngeren Kadaverstellen erhöht. Nach ungefähr ein bis zwei Jahren näherte es sich wieder den Werten der Vergleichsflächen.