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DayZ-Schöpfer Dean Hall attackiert Epic und Unity: "Unsere Branche verfault von innen heraus"
Als Gegenmittel zu Gier und Kontrollverlust veröffentlicht RocketWerkz eine quelloffene Alternative für Entwickler – ohne Lizenzgebühren oder Umsatzabgaben.
Dean Hall, Schöpfer von DayZ, Icarus und Kitten Space Agency, holt zum Rundumschlag gegen einige der größten Gaming-Unternehmen der Welt aus. Er prangert eine Gier an, die unsere Branche im Kern verfaulen lasse. Dabei schießt er sich besonders auf die Engine-Hersteller Epic (Unreal) und Unity ein. Gleichzeitig lässt er seinen Worten Taten folgen: Mit "Brutal" veröffentlicht er eine eigene, kostenlose Open-Source-Alternative – ein Framework für die Spieleentwicklung.
"Unsere Branche verfault von innen heraus", schreibt Hall in einem ausführlichen Reddit-Beitrag, "und zwar in alle Richtungen – und das schon seit geraumer Zeit. Getrieben von Gier und einem gnadenlosen Preiskampf nach unten. Meiner Ansicht nach steuerte die Spielebranche schon auf einen untragbaren Zustand zu, bevor Reverse Engineering und mächtige Agenten-Prozesse breit verfügbar wurden. Diese Entwicklungen haben das Fass nun endgültig zum Überlaufen gebracht."
2012 schuf der Neuseeländer mit der ARMA-2-Mod DayZ das moderne Survival-Genre. Nach dem Ausstieg bei Bohemia Interactive gründete er das Studio RocketWerkz, mit dem er Titel wie Icarus und Kitten Space Agency entwickelte.
"ber eines der größten Probleme diskutieren wir meiner Meinung nach viel zu selten: Entwickler haben unglaublich viel Kontrolle über ihre Arbeit an Unternehmen abgetreten, deren Interessen sich keineswegs mit ihren eigenen decken. Genau dagegen unternehmen wir jetzt etwas."
Brutal versteht sich eher als Framework denn als vollwertige Game-Engine. Es lässt Entwicklern die Freiheit, entweder direkt damit ein Spiel zu programmieren – wie Halls Studio RocketWerkz bei Kitten Space Agency – oder es mit einer anderen Engine zu kombinieren, so wie es RimWorld-Entwickler Ludeon mit seiner eigenen Engine Waylith handhabt.
"Wir stellen das Brutal-Framework samt Quellcode öffentlich bereit und machen es kostenlos nutzbar – inklusive kommerzieller Spiele, solange die Namensnennung erfolgt", erklärt Hall. "Es fallen keinerlei Lizenzgebühren an und wir verlangen keinen prozentualen Anteil an euren Spieleinnahmen."
In seinem Beitrag geht Hall ausführlich auf die Entstehung von Brutal ein, erklärt die Hintergründe und stellt das Team dahinter vor. Gleichzeitig betont er ausdrücklich, dass Brutal nicht für jedes Team gedacht ist: "Ich glaube keineswegs, dass dieses Werkzeug für jeden die richtige Wahl ist, um ein Spiel zu entwickeln", stellt Hall klar. "Wir versuchen nicht, eine eierlegende Wollmilchsau zu bauen."
Besonders spannend ist eine Anekdote über den entscheidenden Impuls für das Projekt: Offenbar gab eine Frage den Ausschlag, die Hall während eines Vortrags auf der Game Developers Conference 2025 an Epic-Chef Tim Sweeney richtete.
Epic Games verlangt ab einer Million Dollar Umsatz fünf Prozent Lizenzgebühr. Unity geriet mit neuen Gebührenplänen in massive Kritik. Das quelloffene Framework Brutal setzt auf völlige Gebührenfreiheit.