// LINUX-MAGAZIN — LINUX & OPEN SOURCE
Deutsche Office-Suite openDesk von Nachfrage überrumpelt
OpenDesk ist eine quelloffene Alternative zu Microsoft Office. Bild: ZenDiS
Über die Nachfrage nach seiner Microsoft-Office-Alternative openDesk kann sich das ZenDiS nicht beschweren – muss aber das Geschäftsmodell umstellen.
Das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (Zendis) kann die Nachfrage nach seiner quelloffenen Office-Software Opendesk nicht bedienen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf den Co-Geschäftsführer Leonhard Kugler.
Das Unternehmen habe Lizenzen für 200.000 Arbeitsplätze verkauft. Einen Großteil der Anfragen hätte man im vergangenen Jahr aber ablehnen müssen. “Mit unserer bisherigen Aufstellung konnten wir die enorme Nachfrage nicht bedienen”, erklärt Kugler dem Handelsblatt.
Ein Grund für das gestiegene Interesse an openDesk, das sich als europäische und vor allem quelloffene Alternative zu Microsofts und Googles Office-Suiten anbietet, war die Sanktionierung des Internationalen Gerichtshofs (IGH) seitens der USA. Mit dem Start der Sanktionen konnte die Behörde Microsoft Office nicht mehr nutzen. Als Alternative wurde openDesk gewählt, was das Start-up schlagartig bekannt machte.
Bislang vertrieb das ZenDiS openDesk selbst, was angesichts des steigenden Interesses mittlerweile zu viele eigene Mitarbeiter erfordern würde. Entsprechend wurde das Geschäftsmodell auf ein Partnerprogramm umgestellt, im Rahmen dessen IT-Dienstleister openDesk verkaufen. Dazu zählen B1 Systems, Dachs IT und Schwarz Digits. Dem Handelsblatt zufolge sollen auch die Deutsche Telekom, Ionos und Bechtle folgen. Ein derartiges Dienstleistermodell verwenden unter anderem auch Microsoft und SAP.
Das Thema digitale Souveränität wird dem Beratungsunternehmen Capgemini zufolge für Unternehmen immer wichtiger. “Früher haben Kunden vor allem zwischen Leistung und Kosten abgewogen. Das hat sich verändert: Souveränität wird immer mehr zu einem Beschaffungskriterium”, sagt Thilo Zelt von Capgemini Invent.
Vor zwei Jahren hat sich Gnome entschlossen, aus Gnome OS ein Allzweck-Betriebssystem für Endnutzer zu entwickeln. Jetzt hat das Projekt eine neue Edition namens „Gnome OS Preview“, die auf der neuesten stabilen GNOME-Version basiert.
In einem weiteren Urteil hat nun das Landgericht Aachen in einem Eilverfahren festgestellt, dass Google für die Inhalte seiner KI-gestützten Suche verantwortlich ist, und ihm untersagt, dort unwahre Behauptungen zu verbreiten.
Am 15. Oktober 2026 fand auf der Smart Country Convention in Berlin die Preisverleihung für den Open Source Wettbewerb für Behörden und öffentliche Institutionen statt. Vergeben wurden die Preise in vier Kategorien, darunter zum ersten Mal Künstliche Intelligenz.