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Uruguay: Ein Land, unabhängig von Öl und Gas
Das 3,5-Millionen-Einwohner-Land in Südamerika steckte 2008 in einer Energiekrise. Dann revolutionierten sie, wie ihr Strom aus der Steckdose kommt. Können wir von Uruguay lernen?
Unterwegs auf der Ruta 5 in Uruguay, die Nationalstraße durchquert das ganze Land. 500 Kilometer von Montevideo aus bis zur brasilianischen Grenze - links und rechts der Straße: Felder, Kühe, wenig Häuser, aber immer wieder: Windräder.
Viele davon gehören Fernando Schaich: "Hier, auf dieser Karte siehst du, wie Uruguay früher aussah, die einzelnen roten Punkte da", sagt er. "2010 gab es hier und da ein Wasserkraftwerk, eine kleine, experimentelle Windkraftanlage."
Er springt auf der virtuellen Karte ins Jahr 2026 - Uruguay sieht aus, als hätte es Masern, überall rote Punkte. Allein Schaich und sein Unternehmen SEG Ingeniería betreiben 75 Windkraftanlagen und damit zehn Prozent des Bestands im Land.
Die Elektrizitätsmatrix Uruguays besteht heute zu 50 Prozent aus Wasserkraft, zu 30 Prozent aus Windenergie, zu 15 Prozent aus Biomasse und zu drei Prozent aus Solarenergie. Schaich sagt: "Der heutige Strommix ist praktisch grün - im Durchschnitt der letzten Jahre lag der Anteil fossiler Energieträger an der Stromerzeugung bei nur noch zwei Prozent. Und das ist nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit, sondern der Wirtschaftlichkeit."
In Uruguay bereiten sich die Menschen auf starke Regenfälle vor.
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2008 steckte Uruguay in der Energiekrise: Extrem hohe Preise gepaart mit einer schweren Dürre brachten das System an seine Grenzen, es kam zu wiederholten Stromausfällen. Das war der Startpunkt zum Umdenken: Heute ist der 3,5-Millionen-Einwohner-Staat in Südamerika zum Klima-Champion geworden.
Und das, obwohl es dafür ohne große Finanzreserven oder Hightechinfrastruktur auskommen musste. Der Visionär hinter der Wende ist er: der Physiker Ramón Mendez. "Was im Fall von Uruguay neuartig war - und das lässt sich absolut übertragen -, ist die Art und Weise, wie wir uns eine Energiewende vorstellen", sagt er. "Es geht nicht darum, kleine Anpassungen vorzunehmen, man muss das System grundlegend transformieren."
Er übernahm das Amt des Nationalen Energiedirektors. Ihm gelang eine Art New Deal, dem alle Parteien zustimmen. Zwischen 2010 und 2020 investierten Staat und private Akteure rund sieben Milliarden US-Dollar in erneuerbare Energien.
Außenminister Wadephul beginnt heute einen mehrtägigen Besuch in Südamerika.
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