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GTA 6: Entwickler durften spontane Detail-Ideen völlig eigenständig umsetzen
Ein Bloomberg-Bericht zu GTA 6 enthüllt verworfene Menü-Pläne bei Rockstar North und die schwierige Balance-Findung während der Entwicklung.
Rockstar Games hat den Entwicklern von Grand Theft Auto 6 in vielerlei Hinsicht freie Hand gelassen. Selbst die Führungsetage des Studios kennt demnach nicht jedes einzelne Feature.
Die frischen Einblicke stammen von Bloombergs Jason Schreier, der das Entwicklerteam von Rockstar North in Edinburgh besuchte. Ihm zufolge durfte das Team etliche Ideen schlicht deshalb umsetzen, weil die Entwickler sie selbst verdammt cool fanden.
Das im schottischen Edinburgh ansässige Studio Rockstar North (ehemals DMA Design) fungiert seit Grand Theft Auto III als treibendes Kernstudio der Open-World-Reihe. Mit Titeln wie Lemmings gestartet, verantwortet das Team bis heute maßgeblich die Technologie und Vision des Franchise.
Er vermutet daher, dass "nicht einmal die leitenden Entwickler" bei Rockstar jedes noch so winzige Detail kennen. Umgekehrt bedeutet das wohl, dass ihr auch einige Zeit nach dem Launch des Open-World-Titels noch Dinge entdecken werdet, die euch zuvor entgangen sind.
"Niemand hat dieses Gesamtwerk komplett im Kopf", zitiert er Rockstar. Als Beispiel dafür werden die realistisch animierten Hoden in Red Dead Redemption 2 genannt, die bei kaltem Wetter sogar sichtbar schrumpfen.
Dieses spezielle Feature stand dabei keineswegs auf einer offiziellen Vorgabenliste für Red Dead Redemption 2. Es ist das Ergebnis dessen, dass ein Mitarbeiter gerade etwas Leerlauf hatte und es aus eigenem Antrieb implementierte. Diese Philosophie verfolgt man auch bei GTA 6.
Laut Schreier versuchte Rockstar zudem lange Zeit, das bewährte Waffenrad aus früheren Teilen komplett über Bord zu werfen. Der Gedanke dahinter: Es würde Spieler ständig daran erinnern, was die beiden rein physisch gar nicht am Körper tragen können.
Dem Bericht zufolge wurde "monate-, wenn nicht jahrelang" über unzählige Ideen diskutiert, von Ablageleisten über spinnennetzartige Menüs bis hin zu diversen UI-Überarbeitungen. Am Ende blieb keins dieser Konzepte hängen und Rockstar kehrte zum klassischen Waffenrad zurück.
Darüber hinaus gab es zwischen 2019 und 2022 auch einige Tiefpunkte in der Entwicklung – ausschlaggebend war der Wunsch des Studios, eine Balance zwischen dem Realismus eines Red Dead Redemption und dem eher arcadigen GTA-Gameplay zu finden.