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Nvidia GB300: Amazon kauft für Milliarden, doch der Strom fehlt
Amazon will KI-Rechenzentren schneller erweitern, als deren Energieversorgung Schritt hält. Interne Dokumente nennen für August Nvidia-GB300-Racks im Gegenwert von fünf Milliarden US-Dollar und weitere milliardenschwere Lieferungen. Teile der Hardware müssen anscheinend zwischengelagert werden.
Amazon muss offenbar einen Teil seiner milliardenschweren Lieferungen von Nvidia-Beschleunigern vorübergehend einlagern, weil die vorgesehenen Rechenzentren noch nicht hinreichend mit Strom versorgt werden können. Das berichtet Business Insider unter Bezugnahme auf hausinterne E-Mails und mit den Abläufen vertraute Personen.
Demnach hat Amazon im August 2026 eine neue Methode namens „Early Rack Receipt“ vorbereitet. Anlass sind umfangreiche Lieferungen von Server-Racks mit Nvidias GB300-Beschleunigern. Allein für August wurde mit Hardware im Wert von etwa fünf Milliarden US-Dollar kalkuliert. In den darauffolgenden Monaten sollten jeweils weitere drei Milliarden US-Dollar hinzukommen, und das auf absehbare Zeit.
Dabei handelt es sich um interne Prognosen. Ob die Liefervolumina tatsächlich erreicht wurden und wie viele Server-Racks inzwischen ungenutzt lagern, ist dem Bericht nicht zu entnehmen.
An einigen AWS-Niederlassungen sei durchaus Platz für weitere Server-Racks vorhanden, allerdings fehle die erforderliche elektrische Kapazität, um diese auch betreiben zu können. Die Hardware werde deshalb zunächst an anderer Stelle zwischengelagert, bis die jeweiligen Standorte betriebsbereit sind.
Das stellt Amazon auch finanziell vor neue Probleme. Bisher übernahm das Unternehmen die Server-Racks üblicherweise erst dann, wenn sie in einem Rechenzentrum installiert wurden. Die Kosten für die noch nicht ausgelieferte Hardware lagen bis dahin bei den Lieferanten. Mit der neuen Methode übernimmt Amazon die Anlagen bereits früher in der Lieferkette und muss dementsprechend eher dafür bezahlen.
Bei den angekündigten Liefermengen geht es um riesige Summen, die Amazon damit zusätzlich im Voraus bezahlen muss, ohne die Hardware bereits einsetzen zu können. Gleichzeitig soll das Vorgehen anscheinend verhindern, dass erforderliche KI-Beschleuniger aufgrund des großen Bedarfs später nicht rechtzeitig verfügbar sind.
Gegenüber Business Insider bekräftigte Amazon die zeitweilige Zwischenlagerung einsatzreifer Hardware in der Nähe der geplanten Standorte und bezeichnete dies als gängige Geschäftspraxis. Der Konzern widersprach allerdings der Schilderung, dass es grundsätzlich an einer verlässlichen Planung zur Installation der Server mangele. In einer internen E-Mail hatte wenigstens ein AWS-Team zugegeben, keinen klar vorhersehbaren Weg für die Installation der Racks zu haben.
Der Journalist und KI-Kritiker Ed Zitron griff die Berichterstattung auf X auf. Schon im September hatte er in einer ausführlichen Analyse die Annahme aufgestellt, dass sich global KI-Beschleuniger im Wert von mehr als 200 Milliarden US-Dollar in Lagern oder noch nicht betriebsbereiten Rechenzentren befinden könnten.
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