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siduction 2026.1.0 »Big Crime« veröffentlicht
Das siduction-Projekt hat mit Version 2026.1.0 »Big Crime« einen neuen Installationsschnappschuss seiner auf Debian Unstable basierenden Linux-Distribution veröffentlicht. Die Veröffentlichung hatte sich aufgrund begrenzter personeller Ressourcen mehrfach verzögert. Die neuen ISO-Abbilder basieren auf einem Stand von Debian Sid vom 18. Oktober 2026.
Der Codename »Big Crime« ist vom gleichnamigen Song von Neil Young inspiriert, der die Politik der aktuellen US-Regierung kritisiert. Das dazugehörige Hintergrundbild wurde mithilfe von ChatGPT generiert.
siduction 2026.1.0 erscheint in vier Editionen: KDE Plasma 6.7.4, Xfce 4.20, Xorg mit Fluxbox sowie NOX ohne grafische Oberfläche. Die ursprünglich ebenfalls angebotenen Desktop-Umgebungen GNOME, MATE und Cinnamon fehlen weiterhin, da sich im Projekt keine Betreuer dafür finden. Sie lassen sich jedoch über die Paketverwaltung nachinstallieren. Eine LXDE-Edition wird folgen, sobald sie wieder veröffentlichungsreif ist.
Das Team hat bewusst einen Veröffentlichungszeitpunkt gewählt, an dem Plasma 6.7.x noch in Debian Sid verfügbar ist. Mit Plasma 6.8, das vermutlich in einigen Tagen oder Wochen in Debian Sid und damit in siduction aufschlagen wird, verschwindet die X11-Sitzung ersatzlos und es bleibt lediglich Wayland. Das sollte für die überwiegende Mehrzahl der Anwender kein Problem sein und der Übergang wird sogar unbemerkt vonstattengehen. Aber wie überall wird es Ausnahmen geben, die noch Probleme mit Wayland haben. Somit verbleibt, sofern noch nicht geschehen, genügend Zeit, jetzt auf Wayland umzustellen und zu testen.
Neben systemd 262-1 kommt ein angepasster Linux-Kernel 7.2.11 zum Einsatz. Die Installation erfolgt wahlweise über Calamares oder einen grundlegend überarbeiteten Kommandozeilen-Installer.
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft den CLI-Installer, der gemeinsam mit dem zugrunde liegenden fll-installer umfassend modernisiert wurde. Er unterstützt jetzt UEFI-Systeme mit GPT-Partitionierung sowie Btrfs einschließlich der für siduction vorgesehenen Subvolumes. Als Bootmanager stehen GRUB und systemd-boot zur Auswahl. Letzterer lässt sich nun in sämtlichen Editionen direkt während der Installation einrichten.
Die Bedienoberfläche wurde vereinheitlicht, veraltete Befehle und Prüfungen wurden ersetzt. Nicht freie Paketquellen müssen ausdrücklich aktiviert werden. Die Überarbeitung ermöglicht insbesondere die Installation der NOX-Edition auf aktuellen UEFI-Systemen.
Auch bei der Verwaltung von Btrfs-Snapshots gibt es Änderungen. Die grafische Anwendung Btrfs Assistant ersetzt jetzt Snapper-GUI. Das siduction-eigene Paket siduction-btrfs unterstützt nun neben GRUB auch systemd-boot und ermöglicht damit einen vollständigen Wechsel zwischen den Bootmanagern.
Nach dem Zurücksetzen eines Systems auf einen früheren Snapshot werden die erforderlichen Boot-Einträge automatisch angepasst. Zudem erhalten die von Snapper bei APT-Aktionen angelegten Snapshots aussagekräftigere Beschreibungen. Detaillierte Informationen zu Snapshots und Rollback mit Btrfs gibt es im siduction-Handbuch im Abschnitt Systemadministration → Btrfs und Snapper.
Mit dem neuen Skript onoff stellt siduction außerdem eine Ersatzlösung für die mit systemd 258 weggefallenen Aufrufe init 0 bis init 6 bereit.