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Nvidia will Ausbau von Rechenzentren mit vorgefertigten Containern beschleunigen
Nvidia nutzt Europas Ruf nach digitaler Souveränität und will Engpässe bei Strom und Wasser entschärfen, um den KI-Ausbau voranzutreiben.
Nvidia will die Installation großer KI-Rechenzentren von durchschnittlich sechs Monaten auf wenige Wochen verkürzen. Auf seiner Hausmesse GTC in Berlin stellt das US-Unternehmen dafür ein neues Referenzdesign namens DSX Pod vor, mit dem Partner komplette KI-Rechenanlagen in Containern vorfertigen sollen. Die ersten Systeme sollen Anfang 2027 verfügbar sein. Gleichzeitig kündigt Nvidia den Ausbau seiner europäischen Lieferketten und neue Techniken an, die den Wasserbedarf senken und Engpässe bei der Stromversorgung entschärfen sollen.
Die Ankündigungen folgen unmittelbar auf ein Treffen von Nvidia-Chef Jensen Huang mit Bundeskanzler Friedrich Merz beim Berliner Investitionsgipfel. Nvidia präsentiert sich auf der GTC in Berlin als Partner einer europäischen Digitalpolitik, die unabhängiger von außereuropäischen Technologieanbietern werden will. Das US-Unternehmen nutzt den Ruf nach digitaler Souveränität, um sich als unverzichtbarer Lieferant von Schlüsseltechnologien zu etablieren, und vertieft damit Europas Abhängigkeit weiter.
Schiffscontainer haben den globalen Warenverkehr standardisiert. Ein ähnliches Prinzip will Nvidia nun auf den Bau von KI-Rechenzentren übertragen: Statt die Anlagen erst am Einsatzort aufzubauen, sollen Hersteller komplette Systeme nach dem neuen DSX-Pod-Referenzdesign vorfertigen. Damit will Nvidia die Zeit verkürzen, bis ein geliefertes System die ersten Token erzeugt und Umsatz bringt.
Das Referenzdesign sieht Container mit Vera-Rubin-Rechnern, Netzwerktechnik, Stromverteilung und Flüssigkeitskühlung vor. Die Hersteller sollen die Komponenten bereits im Werk installieren, miteinander verbinden und auf ihre Funktion prüfen. Anschließend werden die Container zum Einsatzort transportiert und dort in Betrieb genommen. Für die Umsetzung nennt Nvidia unter anderem die Hersteller Bull, Dell, HPE, Lenovo, Foxconn, Gigabyte, Pegatron, Quanta Cloud Technology und Wistron. Weitere Partner wie Schneider Electric, Eaton, Delta und Vertiv liefern Infrastruktur für Stromversorgung und Kühlung.
Huang zeigte den aktuellen Vera-Rubin-Server. In nur fünf Minuten lasse sich ein Server-Tray zusammenschrauben, das nahezu ohne Kabel auskomme und zu 100 Prozent flüssigkeitsgekühlt sei.
Jensen Huang rechnete vor, dass ein großes Rechenzentrum in der Größenordnung von 10 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Jahr generieren könnte – da zähle jeder Tag, den es früher ans Netz gehe. Die von Nvidia offiziell genannten zwei Wochen Installationszeit gelten allerdings nur für bereits vorbereitete Standorte. Huang relativierte die ambitionierte Zahl etwas und sprach von weniger als einem Monat. Stromversorgung, externe Kühltechnik und Netzanschlüsse müssen bereits vorhanden sein. Doch gerade die Bereitstellung ausreichender elektrischer Leistung gehört zu den größten Hindernissen beim Ausbau der KI-Infrastruktur.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) verbrauchten Rechenzentren weltweit 2025 rund 485 Terawattstunden Strom. Bis 2030 erwartet die Organisation nahezu eine Verdoppelung auf etwa 950 Terawattstunden. Bei speziell für KI ausgelegten Rechenzentren rechnet sie im selben Zeitraum sogar mit einer Verdreifachung des Strombedarfs. Mehr als die Hälfte des Stroms für Rechenzentren stammt weiterhin aus Kohle und Erdgas.
Um die Engpässe bei der Stromversorgung zu entschärfen, will Nvidia die Leistungsaufnahme von Rechenzentren flexibilisieren. Mit der neuen Steuerungssoftware DSX Flex sollen sie im Rahmen der DSX-Plattform ihren Strombedarf bei Engpässen im Netz künftig automatisch reduzieren können. In einem Versuch mit simulierten Netzereignissen ließ sich die Leistungsaufnahme eines Blackwell-Ultra-Clusters mit der Software Conductor von Emerald AI laut Nvidia vorübergehend um bis zu 40 Prozent senken, während priorisierte Anwendungen weiterliefen.
Damit der Ausbau trotzdem n