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heise+ | Architekturansatz für die schrittweise Modernisierung von Legacy-Systemen
Klassische Big-Bang-Ansätze sind bei der Modernisierung von Legacy-Systemen riskant. Eine entkoppelte Orchestrierungsebene bietet einen Gegenentwurf.
Legacy-Systeme stellen in gewisser Weise ein Paradoxon dar: Sie halten geschäftskritische Prozesse am Laufen und bremsen gleichzeitig notwendige Weiterentwicklung. Jahrzehntelang gewachsene IT-Landschaften – ob SAP Business Suite, COBOL-basierte Systeme oder proprietäre Plattformen – sichern Finanzbuchhaltung, Beschaffung, Logistik und andere Kernprozesse. Doch ihre hohe Änderungsanfälligkeit, gewachsene Abhängigkeiten und veraltete Systemstrukturen erschweren Anpassungen an neue regulatorische Anforderungen, sich schnell wandelnde Geschäftsmodelle sowie steigende Erwartungen von Kunden und Mitarbeitenden. Dies gilt insbesondere für gewachsene Enterprise-Architekturen, in denen ERP-Systeme, Mainframes, Fachverfahren, Portale und Eigenentwicklungen über Jahre eng miteinander verflochten wurden.
Ein typisches Beispiel ist ein Unternehmen mit zentralem ERP für Finanz- und Logistikprozesse, regionalen Fachanwendungen, Excel-basierten Freigaben und proprietären Schnittstellen. Neue Anforderungen wie Lieferanten-Onboarding, E-Rechnungsprüfung oder ESG-Reporting betreffen dann nicht nur eine einzelne Anwendung, sondern mehrere Systeme, Datenmodelle und Verantwortlichkeiten. Genau hier stellt sich die Frage, wie sie umgesetzt werden können, ohne den stabilen Kernbetrieb zu gefährden.
Andreas Hock ist Senior Advisory Solutions Consultant bei Appian mit Schwerpunkten in Cloud-Computing, Composable Business Architecture und der digitalen Transformation durch den Einsatz neuer Technologien wie Verifiable Credentials und KI. In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen entwickelt er maßgeschneiderte Lösungen zur effizienten Prozessautomatisierung. Dabei bringt der dienstleistungs- und prozessorientierte Senior IT Professional umfassende Erfahrung in den Bereichen Prozessmanagement, agile Softwareentwicklung sowie im Management organisatorischer Veränderungen ein.
Der Modernisierungsdruck kommt aus mehreren Richtungen gleichzeitig: Support-Verträge für Mainstream-Versionen wie SAP ECC 6.0 laufen Ende 2027 aus. Ohne rechtzeitigen Umstieg steigen die Risiken bei Sicherheit, Compliance und Wartungskosten. Regulatorische Anforderungen ändern sich mitunter im Jahrestakt. Volatile Lieferketten und Fachkräftemangel zwingen Organisationen, Routinearbeiten konsequent zu automatisieren und Prozesseffizienz zu steigern. Zudem erwarten interne wie externe Nutzer heute nahtlose, digitale Erfahrungen wie mobilen Self-Service oder KI-gestützte Sachbearbeiter-Dashboards.
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