// EUROGAMER.DE — GAMING
Dragon Ball Xenoverse 3 angespielt: Im 4-Spieler-Koop zwischen riesiger Freiheit und KI-Schwächen
Wir haben den Koop-Modus gespielt: Die Charaktererstellung beeindruckt enorm, doch passive Gegner und unpolierte Technik trüben aktuell das Anime-Spektakel
Zehn Jahre nach dem letzten Ableger steht mit Dragon Ball Xenoverse 3 das lang ersehnte nächste Kapitel der beliebten Prügel-Saga in den Startlöchern. Um herauszufinden, ob sich das Warten gelohnt hat, machte ich mich kürzlich für eine relativ lange Session auf den Weg ins europäische Bandai Namco Headquarter nach Lyon in Frankreich. Im Rahmen eines Hands-on im Nachgang der Gamescom saß ich also mit drei weiteren Redakteuren an einem Tisch, um den Titel rund anderthalb Stunden lang in einem 4-Spieler-Koop-Modus anzuspielen. Drei unterschiedliche Multiplayer-Missionen standen dabei auf dem Programm, damit wir die Mechaniken der eigens erstellten Figur genauer unter die Lupe zu nehmen konnten. Die Missionen seht ihr ausführlich oben im Video.
Die Xenoverse-Reihe von Publisher Bandai Namco blickt auf eine lange Historie zurück. Mit dem dritten Ableger wird nun ein neues Zeitalter namens "Age 1000" eingeläutet, das neben den angespielten Multiplayer-Gefechten auch eine umfangreiche Singleplayer-Kampagne mit über 25 Stunden Spielzeit bieten soll.
Die Fighting-Game-Serie von Publisher Bandai Namco startete 2015. Ein Jahr später schon folgte Xenoverse 2. Das Markenzeichen der Reihe ist die Verbindung klassischer 3D-Prügeleien mit Rollenspiel-Mechaniken und einer eigenen Charaktererstellung im beliebten Universum von Anime-Legende Akira Toriyama.
Meine große Hoffnung für das Spiel ist, dass die Entwickler diese Gelegenheit nutzen, um neben den bekannten Helden auch frische und kreative Story-Impulse in das authentische Dragon-Ball-Universum einzuweben. Denn dass man mit einem eigenen Charakter antritt, den man sowohl optisch selbst erstellt als auch kämpferisch frei bestimmt, hat Fans an der Reihe schon immer am meisten gereizt.
Das, was ich bisher beim Kampfsystem erlebt habe, fühlte sich stark mechanisch an, glänzte aber besonders durch die zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten. Ihr könnt bei Xenoverse 3 mit der Kleidung Aussehen und Werte gleichzeitig verändern. Außerdem gilt es, individuelle Attacken-Tabellen mit Nah- und Fernkampfangriffen zu managen und beliebte Ultimates sowie Seelenformen von Charakteren wie Boo, C18 oder Vegeta zu nutzen.
In den gespielten Missionen, darunter ein 50-Gegner-Gemetzel und eine Tower-Defense-Variante, machte das System schon Spaß, wirkte bei der schieren Masse an Feinden aber auch gerne mal chaotisch. Negativ fiel vor allem das aktuell noch sehr passive KI-Verhalten (nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls wichtigem Ki-Management) auf, da viele Gegner oft nur untätig in der Luft schwebten und keine echte Bedrohung darstellten.
Dragon Ball Xenoverse 3 punktet mit seiner gigantischen Auswahl an Kampfoptionen und dem sehr gut eingefangenen Anime-Flair, hat aber technisch noch spürbaren Nachholbedarf. Die Spielwelt wirkt an vielen Stellen noch unpoliert und von Pop-ins geplagt, während passive Feinde die dynamischen Kämpfe ausbremsen. Zu leicht werden die Multiplayer-Level deshalb nicht unbedingt, sie sind schon spürbar auf vier Personen programmiert. Aber die Missionen sind eher button-mashig als taktisch. Wenn Xenoverse 3 bis zur Vollversion seine technischen Schwächen ausbügeln und die KI-Routinen optimieren kann, erwartet Fans jedoch mindestens ein umfangreiches Action-Spektakel mit viel Freiheit bei der eigenen Charaktergestaltung.