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Nvidia DSX Pod: Fertige KI-Fabrik kommt im Container
Nvidia will mit dem neuen DSX Pod den Aufbau neuer KI-Rechenzentren signifikant beschleunigen. Dafür werden komplette KI-Fabriken auf Basis der Vera-Rubin-Plattform in Containern vorgefertigt, verkabelt und getestet. Am vorbereiteten Datacenter-Standort soll die Installation dadurch statt sechs Monaten nur noch 14 Tage dauern.
Mit der DSX-Plattform verfolgt Nvidia das Ziel, Rechenleistung, Netzwerktechnik, Speicher, Software sowie Stromversorgung und Kühlung als Gesamtsystem zu planen und zu betreiben. Die Referenzarchitektur richtet sich an Betreiber großer KI-Rechenzentren, die ihre Infrastruktur für das Training und den produktiven Einsatz von KI-Modellen ausbauen. Statt einzelne Komponenten unabhängig voneinander zu optimieren, werden die verschiedenen Bereiche aufeinander abgestimmt.
DSX umfasst mehrere Bausteine: Das DSX Reference Design beschreibt validierte Konfigurationen, DSX Sim dient der Simulation und virtuellen Planung, während DSX OS die Verwaltung der Infrastruktur unterstützen soll. DSX MaxLPS optimiert die Stromverteilung innerhalb eines Rechenzentrums, DSX Flex koordiniert den Energiebedarf mit den Bedingungen des Stromnetzes. DSX Exchange verbindet Rechen- und Gebäudesysteme.
Mit dem DSX Pod stellt Nvidia zur GTC in Berlin eine Referenzarchitektur für komplette KI-Fabriken vor, die Partner bereits in modularen Containern aufbauen, integrieren und testen. Die Einheiten basieren auf der kommenden Vera-Rubin-Plattform für CPU und GPU und sollen mitsamt der erforderlichen Rechen- und Netzwerktechnik sowie Stromversorgung und Flüssigkeitskühlung ausgeliefert werden.
Der entscheidende Vorteil liegt in der Vorfertigung: Verkabelung, Leitungen, Verrohrung und die Integration der Racks erfolgen bereits beim Hersteller. Auch die Funktionsprüfung findet vor dem Transport statt. Am vorgesehenen Standort müssen Betreiber die Container anschließend an die vorbereitete Stromversorgung, Kühlung, Netzwerkinfrastruktur und weitere Versorgungssysteme anschließen.
Damit verlagert Nvidia einen wesentlichen Teil der Installationsarbeiten aus dem Rechenzentrum in die Fabrik. Bei herkömmlichen Projekten könne allein die Installation und Integration der Infrastruktur Monate beanspruchen, argumentiert Nvidia. Für den DSX Pod nennt Nvidia eine Verkürzung der Zeit vom vorbereiteten Standort bis zum Betrieb auf bis zu 14 Tage statt sechs Monate.
Die Zeitersparnis soll nicht nur den Bau vereinfachen. Betreiber könnten neue Kapazitäten früher für das Training von Modellen und für produktive Inferenz bereitstellen. Nvidia bezeichnet den Zeitpunkt, an dem eine KI-Fabrik erstmals produktive Tokens generiert, als „Time to First Token“. Je früher dieser erreicht wird, desto eher lasse sich die installierte Infrastruktur wirtschaftlich nutzen.
Die Containerlösung soll außerdem den Aufwand für Planung, Bauarbeiten, spezialisierte Arbeitskräfte und Logistik verringern. Durch die Integration und Prüfung vor der Auslieferung sollen Betreiber weniger von Verzögerungen bei einzelnen Komponenten und fehleranfälligen Installationsarbeiten vor Ort betroffen sein.
Nvidia arbeitet für den DSX Pod mit einem internationalen Partnernetzwerk zusammen. Dazu gehören unter anderem Bull, Dell, HPE, Schneider Electric, Vertiv, Lenovo, Gigabyte, Quanta Cloud Technology und Wistron. Die Partner sollen die modularen KI-Fabriken weltweit fertigen und ausliefern. Der Start ist Nvidia zufolge für Anfang 2027 vorgesehen.
Der modulare Supercomputer Jupiter in Deutschland liefert ein Praxisbeispiel für den Aufbau leistungsfähiger Infrastruktur in modularer Bauweise. Europas erster Exascale-Supercomputer wurde in einem modularen Rechenzentrum aus rund 50 Containern untergebracht. Das Konzept weist damit Parallelen zu Nvidias neuem DSX Pod auf: Beide Ansätze verlagern wesentliche Teile der Infrastruktur in vorgefertigte Module, um Planung und Installation zu vereinfachen.