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80,7 Mrd. Dollar Verlust: Wie Anthropics Rekordminus zustande kommt
Laut einem Entwurf für das S-1-Börsenprospekt, welches das Wall Street Journal einsehen konnte, nennt Anthropic für das erste Halbjahr 2026 einen Nettoverlust in Höhe von 80,7 Milliarden US-Dollar. Der Großteil stammt aus bilanziellen Anpassungen infolge der Finanzierungsabkommen.
Konkret nennt das Wall Street Journal die Wertänderung von Wandelanleihen und anderen Finanzinstrumenten, die Anthropic in der Bilanz verbucht. So kommen 72 Milliarden US-Dollar des Nettoverlusts zustande.
Übrig bleiben damit 8,7 Milliarden US-Dollar, die das operative Geschäft und sonstige Verluste abdecken. Diese ordnet das Wall Street Journal aber nicht ein. Es ist also nicht klar, wie hoch der operative Verlust ist.
Beim Umsatz kam Anthropic im ersten Halbjahr 2026 auf 16,3 Milliarden US-Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,1 Milliarden US-Dollar. In den sechs Monaten bis zum 30. Juni 2026 gab Anthropic laut den Zahlen des Wall Street Journals fast 9 Milliarden US-Dollar für Computing und Infrastruktur aus.
Im gesamten Jahr 2025 lagen Anthropics Computing-Ausgaben noch bei 7,3 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz lag 2025 insgesamt bei 4,6 Milliarden US-Dollar.
Anthropics Umsatzwachstum ist eng verbunden mit wenigen Großkunden. So entfällt ein Fünftel der 16,3 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr 2026 auf zwei Kunden. Anthropic geht laut dem Börsenprospekt davon aus, dass ein signifikanter Teil des Umsatzes auf absehbare Zeit nur von wenigen Kunden kommt.
Relevant bleiben aber insbesondere die Abkommen, die Anthropic abgeschlossen oder derzeit verhandelt. In den nächsten Jahren könnte das Unternehmen rund 750 Milliarden US-Dollar für Computing-Kapazitäten ausgeben.
Vertraglich verpflichtet ist Anthropics bereits für Cloud-Computing-Abkommen mit einem Wert von 450 Milliarden US-Dollar für die nächsten sieben bis zehn Jahre. Den größten Teil dieser Abkommen kann Anthropic laut dem Bericht des Wall Street Journals auch nicht kündigen.
Bei Google will Anthropic etwa 111 Milliarden US-Dollar für Cloud-Computing-Kapazitäten ausgeben, bei Amazon sind es 110 Milliarden US-Dollar, bei Microsoft sind es 31 Milliarden US-Dollar. Bei den kleineren Cloud-Betreibern Nscale und Lambda mietet Anthropic Nvidia-Chips bis 2033 und 2034, der Wert dieser Abkommen liegt bei bis zu 86 Milliarden US-Dollar.
Anthropic teilt in dem Börsenprospekt mit, dass man nach wie vor nach mehr Cloud-Computing-Kapazitäten sucht. Bei den Hyperscalern – inklusive AWS, Google und Microsoft – sei man an Grenzen gestoßen.