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Die Kapitalrente - Befreiungsschlag oder Risiko?
Ab 2028 soll die Kapitalrente das deutsche Rentensystem ergänzen: Beiträge werden in Fonds investiert, um die Altersvorsorge zu stärken. Kann die Kapitalrente die großen Hoffnungen erfüllen?
Die "Geburtsurkunde" der Kapitalrente ist Empfehlung 28 der Alterssicherungskommission: "Die Kommission empfiehlt die Einführung einer obligatorischen kapitalgedeckten Rentenkomponente im Rahmen der GRV (gesetzliche Kapitalrente)".
Was das bringt? Der CDU-Politiker Pascal Reddig beschreibt in seinem Bundestagsbüro einen fiktiven Muster-Berufseinsteiger. Der ist Anfang 20 und gesetzlich rentenversichert. "Wenn der zwei Beitragssatzpunkte in so eine Kapitalrente zahlt, dann kann er im Alter - auf den heutigen Euro gerechnet - über 770 zusätzliche Euro Rente herausbekommen."
Gut für den erfundenen Berufseinsteiger - vor allem, wenn er nicht mit einem Spitzeneinkommen loslegt und privat viel für das Alter zur Seite legen kann. Oder wie es die Rentenkommission diskutierte: "Wie können wir das Dilemma, dass die Beitragssätze immer weiter steigen und das Rentenniveau in Deutschland sinkt, wieder umkehren? Und da ist der einzige Weg, der sich bietet, wenn wir es irgendwie finanzieren wollen, dass wir stärker auf kapitalgedeckte Altersvorsorge setzen."
Überblick
23.06.2026
Die Rentenkommission stellt heute ihre Empfehlungen vor. Die Vorschläge sind aber bereits durchgesickert.
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Der Plan: Ab 2028 steigt der Rentenbeitrag an. Halbwegs schonend in mehreren jährlichen 0,5%-Schritten, bis die geplanten zwei Prozentpunkte erreicht sind. Dieser Zusatzbeitrag geht Monat für Monat auf ein Extrakonto bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese Einnahmen werden dann am Kapitalmarkt angelegt, kontrolliert, zertifiziert, ohne politischen Einfluss und - wichtig - mit effektiven Kosten von maximal 0,1 Prozent pro Jahr.
Dabei kann jeder einzelne zwischen zwei Optionen wählen, schlägt die Rentenkommission vor: entweder ein "öffentlicher, international wettbewerbsfähiger Fonds, wie z. B. der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung - KENFO.
Wer nicht in einen solchen öffentlichen Fonds einzahlen will, soll zwischen einer begrenzten Auswahl von speziell zugelassenen Anlagefonds wählen können. In beiden Fällen sollen zusätzliche Erträge erwirtschaftet werden, die das Rentensystem unabhängiger machen von der demografischen Entwicklung.
Wie viel Geld dafür in Aktien und Aktienfonds überwiesen wird, weiß die Berliner Bundestagsabgeordnete Annika Klose, sie saß für die SPD in der Alterssicherungskommission: "Wenn man jetzt die vollen zwei Beitragssatzpunkte hat, dann spricht man von Größenordnungen von grob gerechnet über 35 Milliarden Euro jährlich." Immer zusätzlich zu den klassischen Einnahmen der gesetzlichen Rente, das sind derzeit gut 420 Milliarden pro Jahr.