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Continuous Architecture: KI zwingt uns dazu, veraltete Dokumentation aufzuräumen
Im Interview beschreibt Murat Erder, wie KI Softwareentwicklung verändern kann, ohne die grundlegenden Prinzipien guter Architektur außer Kraft zu setzen.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Murat Erder hat gemeinsam mit Pierre Pureur den Begriff der Continuous Architecture geprägt. In den vergangenen 30 Jahren war er für Softwareanbieter, Unternehmensberatungen und große internationale Banken tätig – als Entwickler, Softwarearchitekt, Unternehmensberater und CTO. Er ist Mitautor der Bücher „Continuous Architecture: Sustainable Architecture in an Agile and Cloud-Centric World“ und „Continuous Architecture in Practice: Software Architecture in the Age of Agility and DevOps“.
Im Vorfeld seines Vortrags „Continuous Architecture in an AI-Driven World“ auf dem iSAQB Software Architecture Gathering beantwortet Murat Erder Fragen dazu, wie KI die Softwareentwicklung verändern kann, ohne dabei die grundlegenden Prinzipien guter Architektur außer Kraft zu setzen. Dabei geht es um schnellere Feedback-Loops, neu entstehende technische Schulden und die eine Verantwortung, die Softwarearchitektinnen und -architekten nicht delegieren können.
iX: Die Continuous-Architecture-Prinzipien wurden lange vor dem heutigen Boom generativer KI entwickelt. Welche dieser Prinzipien sind durch KI wichtiger geworden? Hat KI einige Ihrer ursprünglichen Annahmen infrage gestellt?
Murat Erder: Das Schöne daran ist tatsächlich, dass alle sechs Prinzipien nach wie vor relevant sind. Darauf sind wir als Entwickler der Prinzipien ziemlich stolz, schließlich haben wir diese Prinzipien vor mehr als zehn Jahren formuliert. Wenn ich jedoch einige hervorheben soll, wären es Prinzip 2, 5 und 4.
Prinzip 2: „Focus on Quality Attributes“. Die Bedeutung von Qualitätsattributen wie Performance, Skalierbarkeit und Sicherheit bedarf keiner weiteren Erklärung. Interessant ist jedoch der Kostenfaktor: Zu verstehen, wie man agentische Systeme kosteneffizient entwickelt, wird in einem Markt, der sich ständig verändert, immer wichtiger.
Prinzip 5 heißt „Architect for build, test, deploy, and operate“. Die Entwicklung von KI-Systemen – oder der Einsatz von KI zur Entwicklung von Systemen – zwingt uns erneut dazu, effiziente und zuverlässige Pipelines aufzubauen. Das wird umso wichtiger, je konsequenter man auf vollständig KI-native Softwareentwicklung setzt
Prinzip 4: „Architect for change”. Leverage the „ power of small””. Insbesondere beim Aufbau agentischer Systeme sind die Grundlagen modularer, in sich geschlossener Komponenten – also Agenten – entscheidend. Damit verbunden ist auch die Frage, wie wartbar ein System ist. Die Auswirkungen KI-entwickelter Software auf die Wartbarkeit werden wir vermutlich erst in einigen Jahren erkennen – und diese Erkenntnis wird vermutlich nicht angenehm sein.
Die wichtigste Veränderung unserer ursprünglichen Annahmen besteht darin, dass wir damals von vollständig menschengesteuerten Prozessen ausgegangen sind. Heute müssen wir eine andere Welt berücksichtigen. Dabei verändert sich jedoch eher das Wie als die grundlegenden Prinzipien.