// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Israelische Armee startet Einsatz in Hebron
Nach dem tödlichen Angriff auf Soldaten hat Israel in Hebron im Westjordanland einen Militäreinsatz begonnen. Premier Netanjahu kündigte eine "sehr große Überraschung" für die Palästinensische Autonomiebehörde an.
Nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser ist die israelische Armee auf Anweisung von Regierungschef Benjamin Netanjahu in die Stadt Hebron im besetzten Westjordanland vorgedrungen.
Es fänden "präzise, gezielte und gründliche Durchsuchungen" statt, teilte die israelische Armee mit. Die "Anti-Terror-Einsätze" würden "voraussichtlich mehrere Tage andauern". Die Sicherheitskräfte rissen außerdem "illegale Strukturen ab, die eine Sicherheitsbedrohung darstellen könnten".
Die Armee erklärte weiter, die Operation konzentriere sich auf das Gebiet, aus dem die beiden mutmaßlichen Angreifer gekommen sein. Bewohner könnten nach Kontrollen und Befragungen das Einsatzgebiet über drei festgelegte Ausgänge verlassen.
Nach einem Angriff nahe Hebron im Westjordanland hat Israels Militär den Tod von zwei Soldaten bestätigt.
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Palästinensische Medien berichten von Zwangsräumungen. Familien hätten nur wenige Minuten Zeit gehabt, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken. Palästinensischen Schätzungen zufolge wurden zwischen 150 und 250 Familien aus ihren Häusern in Hebron vertrieben.
Der Gouverneur von Hebron warf der israelischen Regierung vor, auch unschuldige Menschen für den Angriff zu bestrafen. Kurz vor den Wahlen in Israel gehe es darum, ein gewünschtes Wahlergebnis zu erzielen, so der palästinensische Politiker.
Die Palästinensische Autonomiebehörde forderte von der internationalen Gemeinschaft Druck auf Israel, um Palästinenser zu schützen. Angesichts der "zunehmenden Drohungen, das Ausmaß von Zwangsvertreibung und Zerstörung auszuweiten", sei "internationales Handeln dringend erforderlich", "das über Verurteilungen hinausgeht", erklärte das palästinensische Außenministerium. Es forderte "konkrete und abschreckende Maßnahmen".
Im Westjordanland hat es im Konflikt zwischen Palästinenser und israelischen Siedlern erneut Tote gegeben.
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Netanjahu kündigte indes eine "sehr große Überraschung" für die Palästinensische Autonomiebehörde an. In einem Interview mit dem israelischen Sender i24News wich er zwar einer direkten Antwort aus, als er gefragt wurde, ob er die Palästinenserbehörde zerschlagen werde. Der israelische Regierungschef sagte jedoch: "Ich werde diese Bedrohung mit Mitteln neutralisieren, von denen ich denke, dass sie im Moment besser ungenannt bleiben."