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Brasilien nach der Stichwahl: Was jetzt auf Lula zukommt
Nach der Stichwahl hat nun auch Bolsonaros Partei die Niederlage anerkannt. Doch die Herausforderungen, vor denen Lula nun steht, sind groß. Die Kosten für essenzielle Güter wie Lebensmittel sind hoch. Die vierte Amtszeit könnte seine schwerste werden.
Seit 23 Jahren verkauft Célia Silva Hot-Dogs im Zentrum von Rio de Janeiro. Die Geschäfte liefen zuletzt mäßig, die Lebensmittelpreise sind teuer. Eigentlich wollte Celia einen Wandel, im ersten Wahlgang hat sie Flavio Bolsonaro gewählt.
In der Stichwahl wählte sie nun doch Lula: "Meine Tochter hat sich gestern komplett in Rot gekleidet, jede Menge Aufkleber von Lula auf die Kleider geklebt und mir die ganze Zeit gesagt: Mami, wähl Lula, okay! Ich sagte: 'Ok. Für euch.'"
Mehr als zehn Millionen Stimmen konnte Lula im Vergleich zur ersten Wahlrunde hinzugewinnen - dank einer nie dagewesenen Mobilisierung, vor allem der Jugend. Geholfen haben dürfte Lula da Silva aber auch die Ablehnung seines Herausforderers.
Flávio Bolsonaro konnte zwar die Rechte hinter sich vereinen, doch sein Familienname und sein aggressives Auftreten in der TV-Debatte schreckten auch viele ab. In der Wahlnacht sagte Lula vor einer feiernden Menge im Zentrum São Paulos: "Diese Wahl war eine Niederlage des Leugnertums. Sie war eine Niederlage der Lüge."
Doch seinem historischen Sieg droht ein Nachspiel. Flávio Bolsonaro erkannte die Wahl zunächst nicht an. Wegen der Verlängerung der Wahlzeiten um zwei Stunden, die Lula bevorteilt habe, werde er die Wahl anfechten - er zog dann aber wohl zurück.
Interview
26.10.2026
Lateinamerika-Experte Maihold erklärt, wie es in Brasilien nach der Präsidentschaftswahl weitergehen kann.
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Am Montagabend gab seine Liberale Partei ein Kommuniqué heraus: Man erkenne Lulas Wahlsieg an, fordere aber dennoch die Aufklärung der Vorkommnisse am Wahltag - mit Transparenz und Respekt vor den Institutionen.
Das ganze Hin und Her sei ein politisches Manöver gewesen, sagt der Journalist und politische Analyst João Paulo Charleaux: "Ich interpretiere das als das Erbe einer 'Putschisten-DNA' - es kommt von jemandem, dessen Vater einen Staatsstreich versuchte und dessen wichtigster Regierungsvorschlag die Amnestie für seinen Vater war", sagt Charleaux.