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Wahl in Israel: "König Bibi" polarisiert - setzt er sich noch mal durch?
Benjamin Netanjahu hat Israel länger regiert als jeder andere Politiker vor ihm. Heute entscheiden die Wähler, ob eine weitere Amtszeit dazukommt. Es ist eine Abstimmung über einen Premier, der im Land wie kein Zweiter polarisiert.
Wer in diesen Tagen mit den Menschen in den Fußgängerzonen von Jerusalem oder Tel Aviv über die Wahl zur Knesset spricht, erlebt ein zutiefst zerrissenes Land. Die Gräben verlaufen quer durch Familien, Freundeskreise und die gesamte Gesellschaft. Und im Epizentrum dieser Zerrissenheit steht nun schon seit Jahren unverändert ein einziger Name: Benjamin Netanjahu.
Für seine treuen Anhänger, das Establishment der Likud-Partei und die religiös-nationale Rechte, ist er schlicht "König Bibi", der unersetzbare Führer und der verlässliche Beschützer des jüdischen Volkes. Seine Kritiker dagegen sehen in ihm einen rücksichtslosen, vom puren Selbsterhalt getriebenen Machtpolitiker. Einen Mann, dem das eigene politische Überleben und der Verbleib im Amt längst wichtiger seien als das Wohl und die demokratische Stabilität des Staates.
Premier Netanjahu kämpft um eine weitere Amtszeit.
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Netanjahus politische DNA ist seit Beginn seiner Karriere untrennbar mit einem zentralen Versprechen verknüpft: Sicherheit. Er inszeniert sich meisterhaft als der einzige Führer Israels, der den Mut und die strategische Härte besitzt, sich den existenziellen Bedrohungen in der Region und, wenn nötig, auch der gesamten Weltöffentlichkeit entgegenzustellen.
Wie tief dieses Selbstverständnis sitzt, demonstrierte der Premier erst vor wenigen Wochen vor den Vereinten Nationen in New York. Gleich zu Beginn seiner Rede - Dutzende Diplomaten hatten kurz zuvor den Saal verlassen - legte er die diplomatische Etikette demonstrativ beiseite und rief den Delegierten im Saal entgegen: "Sollte es hier noch weitere moralische Feiglinge geben, die den Raum noch nicht verlassen haben, so mögen sie dies bitte jetzt tun. Danke."
Es ist genau diese kompromisslose, oft konfrontative Rhetorik, die bei einem großen Teil der israelischen Bevölkerung verfängt. In einer Region, die von permanenten geopolitischen Erschütterungen geprägt ist, sehnen sich Millionen von Israelis nach einer starken Hand.
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Nach den kollektiven Traumata der vergangenen Jahre - insbesondere nach den verheerenden Terrorangriffen der Hamas vom 7. Oktober 2023 - positioniert sich Netanjahu umso vehementer als das unerschütterliche Bollwerk gegen Israels Feinde.
Er inszeniert sich als ein Führer, der in der Krise keine Schwäche zeigt und den erbitterten Kampf an mehreren Fronten als historischen Auftrag versteht. "Unser Volk ist stark. Die Israelis sind eine Nation von Löwen mit unbegrenzter Entschlossenheit, unser Land zu verteidigen und unsere Zukunft zu sichern", betont Netanjahu immer wieder in seinen martialischen Ansprachen an die Nation: