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Ernstfall: Unraid-Boot-Stick beschädigt
Hier bei mir im Büro werkeln seit einigen Jahren zwei Unraid-Server. Bis Unraid 7.3 vom Mai 2026 war ein USB-Stick, der sowohl die Konfiguration als auch die Lizenz des Servers beinhaltet, Pflicht als Startmedium. Mittlerweile kann Unraid mit der Funktion Internal Boot die Daten auch auf SATA/NVMe SSDs oder eMMC-Speicher ablegen und von dort hochfahren. Über die Funktion Gespiegeltes Booten: können zwei interne Startgeräte zu einem gespiegelten Boot-Pool zusammengeschaltet werden, sodass der Server selbst beim Ausfall eines Laufwerks weiter booten kann.
Dazu muss der Server über einen TPM-Chip verfügen. Während die Lizenz bisher an die Hardware-GUID des USB-Sticks gebunden war, wird die Lizenz beim internen Booten stattdessen direkt im TPM des Mainboards hinterlegt. Aber nicht nur beim Internal Boot, wie ich später feststellen sollte.
Da der Umstieg vom herkömmlichen Booten vom Stick zum Booten von einer internen Platte eine größere Aktion ist, habe ich das erst mal verschoben. Das wurde mir jetzt zum Verhängnis. Eine der Katzen, bei denen wir wohnen dürfen, hat beschlossen, zu erkunden, was passiert, wenn man eine externe USB-Platte vom Schreibtisch schubst. Diese Platte diente als Sicherungsmedium für den Unraid-Server auf einem UGREEN DXP4800-Plus und touchierte beim Sturz den hinten eingesteckten Unraid-USB-Boot-Stick.
Kurz darauf stellte ich fest, dass zwar alle Docker-Container auf dem NAS erreichbar und das Netzwerk intakt waren, die Unraid-GUI aber nicht mehr geladen werden konnte. Beim Versuch, den Server von außen zu erreichen, stellte ich zudem fest, dass neben der WebGUI auch SSH, SMB und NFS ausgefallen waren. Ein an den Server angeschlossener Monitor blieb dunkel und brachte mich auch nicht weiter.
Über die Powertaste ließ sich der DXP4800 auch nicht beenden. Also blieb mir nur das Risiko, den Netzstecker zu ziehen und zu hoffen, dass gerade keine Daten geschrieben wurden. Nach ein paar Minuten kam der Server samt WebGUI wieder hoch und alles schien zunächst normal. Ein Blick ins Syslog brachte allerdings beunruhigende Fakten ans Licht. Der Server hatte nach dem Vorfall massive Lesefehler beim Zugriff auf ein SquashFS-Dateisystem und eine FAT-Partition. Gleichzeitig stürzten Samba-Prozesse ab.
Zudem wurde der USB-Datenträger /dev/sdb während des Betriebs mehrfach getrennt und wieder erkannt. Das war ein erster Hinweis darauf, dass der Bootstick eventuell Fehler aufwies. Ferner stellte sich heraus, dass /boot/config nicht mehr existierte. Der Server hatte den Zugriff auf den Inhalt seines Unraid-Boot-Sticks offenbar vollständig verloren. Damit war klar, dass der Bootstick defekt war und ausgetauscht werden musste.
Wohl wissend, dass Unraid kritisch mit USB‑Sticks umgeht, hatte ich den gleichen Stick in Reserve. Das Problem ist, dass viele Hersteller nur eine ID für eine ganze Charge von Sticks vergeben. Wenn ein solcher Stick zur Anmeldung benutzt wird und ein anderer User hat seine Lizenz über einen Stick einer solchen Charge bereits erfolgreich registriert, kann die Lizenz mit diesem Stick nicht registriert werden und der Rechner kann nicht davon booten.
Zum Glück habe ich regelmäßig automatisierte Backups dieses Sticks anfertigen lassen und hatte eine Sicherung vom September. Also zunächst den Stick mit FAT32 formatiert, den Linux-Installer von Unraid heruntergeladen und zunächst die aktuelle Version 7.3.4 aufgespielt. Dann aus der Sicherung den Inhalt des Ordners /config in den gleichnamigen Ordner auf dem USB-Stick kopiert. Anschließend habe ich den Stick angesteckt und den Server gestartet.
Nun galt es noch, die Unraid-Lifetime-Lizenz auf den neuen Stick zu übertragen. Das gelingt normalerweise über die Unraid-Connect-Konsole. Leider mochte Unraid meinen gültigen Key nicht, egal was ich auch versuchte.
Also musste der Support den Schlüssel für den neuen Stick freigeben, was rund 24 Stunden in Anspruch nahm. Danach konnte ich den Schlüssel übertragen. Erfreut stellte ich fest, dass ich jetzt erstmals