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Call of Duty Modern Warfare 4 nutzt reale Aufnahmen der Itaewon-Tragödie: Angehörige fordern Löschung
Activision sieht sich in Südkorea mit heftiger Kritik konfrontiert: Das Intro des neuen Ego-Shooters zeigt reales Videomaterial des tödlichen Unglücks von 2022.
Das neu erschienene Call of Duty: Modern Warfare 4 sorgt in Südkorea für Kritik. Activision hatte sich im Ego-Shooter dazu entschieden, echte Nachrichtenaufnahmen der Itaewon-Katastrophe aus dem Jahr 2022 zu zeigen. Nun fordern Angehörige der Opfer Activision dazu auf, die gezeigten Aufnahmen aus der Anfangssequenz zu entfernen.
In Call of Duty: Modern Warfare 4 dreht sich die Handlung um einen fiktiven Krieg zwischen Nord- und Südkorea. In der Anfangssequenz werden verschiedene Nachrichtenberichte zusammengeschnitten, um die nordkoreanische Invasion darzustellen. Dafür wurden echte Archivaufnahmen genutzt. Darunter fanden Spieler auch die Aufnahmen von der Itaewon-Katastrophe. In einer Szene wird ein Rettungssanitäter gezeigt, der versucht, eine Person wiederzubeleben. Die Katastrophe ereignete sich am 29. Oktober 2022 während einer Halloween-Feier in Seoul. Dabei kam es zu einem tödlichen Massengedränge, bei dem 159 Menschen starben und 196 weitere verletzt wurden.
Wie SBS News berichtet, hat nun die Hinterbliebenenvereinigung October 29 Itaewon Disaster Bereaved Families Association Activision scharf kritisiert. Im Statement der Vereinigung hieß es: "Einen solchen Vorfall als Material für ein Spiel zu verwenden, das der Unterhaltung dient, ist an sich schon höchst unangemessen und unsensibel."
"Die Katastrophe von Itaewon war ein tragisches Ereignis, bei dem Hunderte Menschen ums Leben kamen oder verletzt wurden. Bürger, die damals an den Rettungsmaßnahmen beteiligt waren oder das Geschehen miterlebt haben, leiden bis heute unter den traumatischen Erlebnissen. Wenn der Spieleentwickler auch nur ein Mindestmaß an Anstand und Mitgefühl gegenüber den Opfern besitzt, sollte er umgehend entsprechende Korrekturmaßnahmen ergreifen."
Auch äußerte sich die Korea Game Users Association: "Es sollte eine klare Erklärung zu den Umständen sowie eine Entschuldigung dafür geben, dass Aufnahmen einer tragischen Katastrophe verwendet wurden, die in keinem Zusammenhang mit der Handlung des Spiels stehen und dadurch den Hinterbliebenen und anderen Betroffenen Leid zugefügt haben. Wir hoffen, dass die Verantwortlichen ihrer Verantwortung gerecht werden und die Aufnahmen durch ein Update ersetzen."
Activision gab gegenüber SBS auch eine Stellungnahme ab und bestätigte die Nutzung echten Nachrichtenmaterials der Tragödie: "Einige der tatsächlichen Nachrichtenaufnahmen, die in der Anfangssequenz des Spiels zu sehen sind, wurden verwendet, um die fiktive Handlung des Spiels zu vermitteln. Wir hatten keineswegs die Absicht, auf tatsächliche tragische Ereignisse, einschließlich der Katastrophe von Itaewon, Bezug zu nehmen oder diese zu verharmlosen."
Jedoch bestätigte das Unternehmen nicht, die Szenen aus dem Spiel entfernen zu wollen. Es bleibt somit offen, ob auf die Forderungen eingegangen und die Anfangssequenz angepasst wird.