// HEISE ONLINE — MOBILE & WEB
KI-Update: WWDC, Google soll haften, KI-Sicherheit, Mythos ist da, KI-Airhockey
Das „KI-Update“ liefert werktäglich eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden.
Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Podigee GmbH) übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer
Datenschutzerklärung.
Apple hat auf der Entwicklerkonferenz WWDC seinen größten KI-Schwenk vollzogen. Siri wurde neu programmiert und läuft künftig auf Googles Gemini-Modellen. Der Mehrjahresvertrag mit Google soll rund eine Milliarde US-Dollar pro Jahr kosten. Die neue Siri erhält eine eigene App mit Chatverlauf, kontextübergreifendem Verständnis und On-Screen-Awareness. Unter dem Begriff Apple Intelligence soll etwa die Passwörter-App selbstständig Websites aufrufen und schwache Passwörter ändern.
In der EU bleibt Siri AI auf iPhone und iPad zunächst aus. Apple verweist auf den Streit mit der EU-Kommission über den Digital Markets Act, der nach Konzernangaben jedem KI-System nahezu uneingeschränkten Gerätezugriff abverlangt. Auf Mac und Vision Pro soll der Dienst auch in Europa laufen. Für Entwickler bringt Xcode 27 Coding-Agenten von Anthropic, Google und OpenAI in den Workflow. Ein lokales Neural-Engine-Modell übernimmt Echtzeitvorschläge, komplexere Aufgaben gehen an Claude, Gemini oder OpenAI. Kleine Entwickler im Small Business Programm dürfen Apples Foundation Models auf Private Cloud Compute kostenlos nutzen.
Die EU-Kommission weist Apples Vorwurf zurück, bei der Öffnung von iOS und iPadOS nicht ausreichend kooperiert zu haben. Dass Siri AI mit den neuen Betriebssystemen nicht erscheint, liege allein an Apple, sagte ein Sprecher. Alle als Gatekeeper eingestuften Konzerne müssten sich an dasselbe Recht halten.
Apple fürchtet, die Forderungen des Digital Markets Act rissen Lücken ins Betriebssystem. Brüssel verlangt, dass Konkurrenz-KI ähnlich tief im iPhone verankert werden kann wie Siri AI. Apple wollte eine Zwischenschicht einziehen, die Verhandlungen scheiterten. Auch Google hält die DMA-Vorgaben für Android für technisch problematisch.
Die EU-Kommission verpflichtet Meta, WhatsApp innerhalb von fünf Arbeitstagen kostenfrei für konkurrierende KI-Chatbots zu öffnen. Bei Verstoß drohen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Meta kündigte Rechtsmittel an. Hintergrund ist der fest eingebaute Chatbot Meta AI, während Anbieter wie OpenAI ihre Assistenten ebenfalls über WhatsApp anbieten wollen.
Im Oktober 2025 hatte Meta die Bedingungen so verschärft, dass Wettbewerber faktisch ausgeschlossen waren. Nach Druck aus Brüssel ließ der Konzern sie im März 2026 wieder zu, allerdings befristet und gegen Gebühr. Diese wirke wie ein Ausschluss, so die Kommission. Meta verweist darauf, dass WhatsApp Business kostenpflichtig sei und kleine Firmen die Schnittstelle für große KI-Anbieter sonst mitfinanzierten.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.