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KI-Investitionen tragen nicht überall Früchte
Die Tech-Giganten im Silicon Valley stecken Milliarden in Künstliche Intelligenz. Doch die investierten Gelder führen nicht automatisch zu Wachstum. Das zeigen die Zahlen von Microsoft und Alphabet.
Verbrannte Milliarden bei der Google-Mutter Alphabet und klingelnde Kassen bei Microsoft: Die Geschäftszahlen dieser US-Technologiekonzerne stehen exemplarisch für die Licht- und Schattenseiten des aktuellen KI-Boom. Beide Unternehmen investieren mehrstellige Milliardenbeträge in den Bau neuer Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI).
Bei Alphabet steigen die Einnahmen jedoch nicht schnell genug, um diese Kosten zu decken. Microsoft erwirtschaftete dagegen mit 18,6 Milliarden Dollar einen doppelt so hohen Free Cash Flow wie erwartet.
Die Zahlen des Softwarekonzerns seien "so makellos, wie es für ein Unternehmen dieser Größe nur sein kann", sagte Analyst Jesse Cohen vom Finanzportal Investing.com. Während die Bilanzen von Alphabet und der Facebook-Mutter Meta Sorgen schürten, dass sich der Ausbau der KI-Infrastruktur als Verlustgeschäft erweisen könnte, liefere Microsoft den Gegenbeweis.
Die Reaktion der Anleger fiel im nachbörslichen Handel an der Wall Street am Mittwoch entsprechend aus. Die Aktien von Alphabet brachen zeitweise um mehr als zehn Prozent ein. Dadurch schrumpfte der Börsenwert der Google-Mutter um mehr als 400 Milliarden Dollar. Microsoft-Titel stiegen dagegen um 3,5 Prozent.
Microsoft-Finanzchefin Amy Hood bezeichnete das abgelaufene Quartal als guten Start ins Geschäftsjahr 2026/2027. Alle wichtigen Kennzahlen hätten die Markterwartungen übertroffen. Das Wachstum der Cloud-Sparte Azure beschleunigte sich auf 48 Prozent nach einem Plus von 43 Prozent im vorangegangenen Quartal.
Die Investitionen blieben dagegen mit 45,2 Milliarden Dollar rund fünf Milliarden Dollar hinter den eigenen Planungen zurück. Dies sei aber in erster Linie auf Lieferverzögerungen zurückzuführen, erläuterte Konzernsprecher Jonathan Neilson.
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Marcel Tietjen, Technologie-Experte der Beratungsfirma BearingPoint, wies auf einen weiteren Aspekt hin: "Hinter Microsofts Quartalszahlen vollzieht sich eine Verschiebung im Geschäftsmodell, die bislang wenig Beachtung findet." Durch die zunehmende Verbreitung von digitalen Assistenten, die komplexe Aufgaben eigenständig erledigen, und die nutzungsbasierte Abrechnung von KI-Modellen verlören die Lizenzeinnahmen an Bedeutung. "Microsofts Wachstum wird künftig weniger von der Zahl der Nutzer abhängen als davon, wie viel Arbeit KI-Agenten in den Unternehmen übernehmen."
Um dieses Geschäft weiter anzukurbeln, hat Microsoft-Chef Satya Nadella eine Reihe günstigerer KI-Modelle ins Angebot aufgenommen. Damit reagiert er auf den wachsenden Sparzwang bei Firmenkunden, denen die KI-Kosten aus dem Ruder laufen.