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Marktbericht: Warum Autoreparaturen immer teurer werden
Steigende Kosten für Ersatzteile und höhere Werkstattlöhne - Autoreparaturen werden immer teurer. Regelmäßig erhöhen die Versicherer daher die Preise, auch wenn man unfallfrei gefahren ist.
Wenn das Auto in die Werkstatt muss, wird es meist teuer - aktuell sogar immer teurer, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute in Berlin berichtete.
So sind die Kosten einer Durchschnitts-Autoreparatur in Deutschland nach Zahlen der Versicherer innerhalb von zehn Jahren um rund 70 Prozent auf 4.600 Euro gestiegen. Ursache ist danach, dass sich sowohl Ersatzteile als auch Werkstattkosten gleichermaßen überdurchschnittlich verteuert haben.
Für die Kfz-Versicherer bedeutet dies zusätzliche Milliardenausgaben - allein die Ersatzteilkosten sind nach einer Auswertung des GDV von vor einem Jahr im Schnitt um knapp sechs Prozent gestiegen, so Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Bei einzelnen Teilen wie etwa Vordertüren oder Motorhauben war der Anstieg sogar noch höher.
Rechnet eine Autowerkstatt für eine Reparatur mehr ab als nötig, muss die Kaskoversicherung nicht zahlen.
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Was für Autobesitzer ärgerlich ist, bedeutet für die Versicherer in Summe zusätzliche Milliardenausgaben. Die Unternehmen werden in der Kfz-Sparte laut GDV in diesem Jahr operativ knapp an roten Zahlen vorbeischrammen. Die Zahlungen an die Kunden für Autoreparaturen und sonstige Leistungen werden danach um gut zehn Prozent auf 35 Milliarden Euro steigen.
Im DAX sind mit der Allianz, der Münchener Rück und der Hannover Rück gleich drei große Versicherer vertreten, die meist über Tochtergesellschaften auch Kfz-Verträge anbieten. Marktführer in Deutschland ist die Allianz, zusammen mit der nicht börsennotierten HUK-Coburg-Gruppe.
Die Schaden-Kosten-Quote - also das Verhältnis von Zahlungen an die Kundschaft plus Verwaltungsausgaben zu den Einnahmen - wird voraussichtlich bei 99 Prozent liegen. Das bedeutet, dass den Versicherern von 100 Euro Einnahmen jeweils lediglich ein Euro in der Kasse verbleibt. "Die stark gestiegenen Werkstatt- und Ersatzteilpreise treiben die Schadenaufwendungen weiter nach oben, die deutlich schneller als die Beitragseinnahmen wachsen", so Asmussen.
Allerdings sind steigende Ersatzteil- und Werkstattkosten nicht die einzigen Faktoren, nach denen eine Versicherung ihre Beiträge errechnet. Denn die Anbieter bewerten ihre Risiken sehr genau. Am bekanntesten sind die Schadensfreiheitsklassen (SF), in denen jeder Versicherungsnehmer eingestuft ist. Je höher die SF, desto mehr Rabatt gibt es beim Tarif - wer also weniger Schäden anzeigt, profitiert - auch wenn die Ermäßigungen bei höheren SF kleiner ausfallen als bei Fahranfängern.
Bewertet wird allerdings auch die Gesamtheit der Schäden sowie die Region, in der das Auto versichert ist - weshalb eine Kfz-Versicherung auch als eine Form der Solidargemeinschaft gilt. Es kann also passieren, dass sich der Beitrag erhöht, obwohl man gar keinen Unfall hatte.