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Hands-On mit dem ersten Touch-Mac: Was auf der Hand liegt – und was nicht
Einige feiern es, andere zweifeln: In Los Angeles konnten wir die neue Touch-Bedienung des MacBook Pro mit PROLED-XDR-Display schon einmal ausprobieren.
MacBook Pro mit PROLED-XDR-Display: Frohes Touchen.
Nein, mit dem neuen Touch-Display des MacBook Pro mit PROLED-XDR-Display werde er nicht warm, schimpft der YouTuber neben uns. Das Display wackele, wenn er dagegen tippe, sagt er. Und überhaupt: Wo sei der Nutzen? Die Empfindungen nach dem ersten Ausprobieren von Apples erstem Touch-MacBook, zu dem es lange Gerüchte gab, gehen weit auseinander. Bei unseren Versuchen in Los Angeles ergab sich ein positiveres Bild als beim Kollegen – aber es wurden auch Punkte sichtbar, wo Trackpad oder Maus weiterhin überlegen erscheinen.
Apple selbst bemühte sich während der Vorstellung auf seiner „Pro and Tell“-Veranstaltung in Los Angeles, klarzumachen, dass man beim Touch-Debüt nichts dem Zufall überlassen habe. Der Displaydeckel lasse sich weiterhin leicht mit einem Finger öffnen. Aber das Scharnier sei zugleich so überarbeitet worden, dass der Druck, der vom Berühren per Touch ausgeht, eben nicht dazu führe, dass das Display ständig nach hinten klappe oder allzu sehr wackele.
Tatsächlich fühlt sich die Nutzung des Bildschirms per Touch unerwartet vertraut an, wie wir im Hands-On und während einer größeren Ausprobier-Stunde herausfinden konnten. Der Touch-Mac ist technisch so reaktionsfreudig wie iPhone und iPad. Es gibt keine Unterschiede bei der Latenz oder der Druckempfindlichkeit. Und das, so ist von Apple zu hören, komme daher, dass die Touch-Technologie von Grund auf in das neue Display eingebaut worden sei – es sei nicht einfach nur ein Add-On in Form einer Touch-Schicht.
Auch beim Thema Fingerabdrücke gibt sich Apple selbstsicher: Eine abweisende Schicht sorge dafür, dass sich diese nicht so schnell ansammeln. Und ja, bei unserem Test können wir bestätigen: Ein Magnet für Abdrücke ist das Display nicht. Gleichwohl ist das Putztuch im Hands-On-Bereich schnell zur Hand, wie wir beobachten.
Entscheidender ist freilich die Frage, ob die neue Steuerung im Alltag wirklich nutzbringend ist. Und das kommt darauf an: Viele Nutzer müssen erst einmal mit Gewohnheiten brechen und das Potenzial erkennen, dass man Schalter am Bildschirm auch einfach antippen kann. Am einfachsten fällt das im Versuch mit Gesten, wie zum Zoomen und Pull-to-Refresh zum Aktualisieren der Bildschirmanzeige. Das Drücken auf Buttons kostet zunächst Überwindung und manche sind einfach auch zu kleinteilig, als dass einem das wirklich naheliegend erscheint.
Bei Stellrädern wie für das Color-Grading in Apples Videoschnittsoftware Final Cut Pro wirkt das intuitiver als die Maussteuerung. Auch in der Musiksoftware Logic Pro fällt das Klimpern auf der Pianotastatur per Finger leichter – und überhaupt ist es erstmals möglich, mehrere Tasten gleichzeitig zu drücken. Mit der Maus ist das undenkbar. Auch das Fingermalen in der Bildbearbeitung Pixelmator Pro liegt als Anwendungsfall buchstäblich auf der Hand. Und Entwickler, die Xcode nutzen, können ihre Apps endlich direkt am Mac per realistischem Touch erproben.
Menü-Auffindung per Finger am MacBook Pro mit Touch.
An anderen Stellen, etwa beim Trimmen eines Clips, war die Kante per Finger allerdings deutlich schwerer greifbar als mit dem Mauszeiger. Und auch das Navigieren durch Menüs erscheint einem nicht wirklich als Zugewinn an Komfort. Aber diesen Anspruch hat Apple auch gar nicht. Touch sei eine Ergänzung der Bedienmethoden, kein Ersatz, heißt es.