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Science - Erstmals seit fast 20 Jahren: Raumsonde filmt den kompletten Polarlichtring der Erde – und er sieht ganz anders aus, als ihr ihn kennt
Wir alle kennen die Polarlichter: ein grünes Leuchten im Norden oder Süden unserer Erde. Ein neues Bild zeigt einen lückenlosen Polarlichtring. (Bildquelle: TOimages / Adobe Stock)
Es gibt viele Möglichkeiten, Polarlichter zu beobachten. Ob als Aurora Borealis im Norden oder Aurora Australis im Süden – je nachdem, auf welcher Erdhalbkugel ihr euch befindet.
Meistens entdeckt ihr sie in den Polarregionen, bei außergewöhnlich starker Sonnenaktivität mit etwas Glück aber auch in mittleren Breiten. In der Regel blicken wir vom Erdboden aus in den Nachthimmel, doch einige Astronautinnen und Astronauten konnten das Phänomen bereits aus dem Orbit bestaunen.
Sogar auf anderen Planeten wurden schon Polarlichter nachgewiesen. So lange am Stück wie jetzt hat sie allerdings noch niemand beobachtet: Die SMILE-Mission, ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS), liefert neuartige Aufnahmen.
Die NASA-Sonde »Polar« hat das komplette Polarlichtoval bereits bis 2008 im UV-Licht abgebildet. Neu ist die Beobachtungsdauer von 45 Stunden. (Bildquelle: ESA & CAS/Smile/UVI)
Auf den Aufnahmen, die das SMILE-Team veröffentlicht hat, ist das sogenannte Polarlichtoval vollständig zu erkennen. Dabei handelt es sich um das ringförmige Band rund um die Magnetpole der Erde, in dem die Polarlichter entstehen.
Auf den Bildern erscheint es wie ein wirbelnder, weißer Ring. Fast 20 Jahre lang gelang es keiner Mission mehr, diese Struktur komplett abzubilden. Zuletzt schaffte das die NASA-Sonde Polar, die über eine ähnliche Ultraviolettkamera wie SMILE verfügte.
Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite Xataka und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.
Polarlichter entstehen, sobald elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds auf Moleküle unserer Atmosphäre treffen. Doch das Naturschauspiel hat auch eine ernste Seite: Starke Sonnenstürme können weltweite Telekommunikations- und Stromnetze empfindlich stören.
Glücklicherweise verfügt die Erde über ein natürliches »Schutzschild« – die Magnetosphäre. Vereinfacht ausgedrückt wirkt sie zwar wie ein Trichter und leitet einen Teil der Ionen zu den Polen ab (weshalb Polarlichter dort deutlich häufiger auftreten), schirmt uns im Wesentlichen aber vor den gravierendsten Folgen ab.