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Erster Fall: Mann muss wegen Religion keine KI nutzen
Ein Mann in den USA erhielt eine Sondererlaubnis, keine KI auf der Arbeit nutzen zu müssen. Er beruft sich auf religiöse Gründe.
Buchstaben aus Holzklötzen zeigen die Worte F(AI)L.
Ein Mann in Kentucky, USA, hat eine Sondererlaubnis von seinem Arbeitgeber bekommen, keine Künstliche Intelligenz auf der Arbeit verwenden zu müssen – aus religiösen Gründen. Es ist der erste bekannte Fall dieser Art.
Der Mann namens David Durman arbeitet als Forschungsadministrator an der University of Kentucky. Diese forderte ihre Mitarbeiter auf, KI in ihre Arbeitsabläufe zu integrieren. Das wollte Durman jedoch nicht. „Der Prozess und die Arbeit, die damit verbunden sind, Situationen zu durchdenken – im Rahmen meiner Arbeit, meiner Ethik und meines Umgangs mit anderen Menschen –, sind ein wesentlicher Bestandteil meiner Entwicklung zu einem moralischen Menschen“, erklärte er gegenüber Religion News in einem Videointerview. „Und diese Arbeit abzugeben, ganz gleich, ob sie anstrengend ist oder nicht, untergräbt meine Fähigkeit, moralisch zu handeln.“ Dies gehe gegen seine moralischen Überzeugungen.
Mithilfe einer NGO namens American Humanist Association beantragte er daher eine Ausnahmeregelung. Dabei berief er sich auf ein Gesetz, das Anträge auf eine Änderung von Arbeitsanforderungen erlaubt, wenn diese religiösen Überzeugungen im Weg stünden. Die Universität stimmte zu.
In den vergangenen Monaten gab es immer mehr Studien dazu, wie KI das Handeln und Denken von uns Menschen verändert. Laut einer MIT-Studie können KI-generierte Inhalte zum Beispiel falsche Erinnerungen erzeugen – und Betroffene sind von diesen sogar besonders überzeugt. Laut einer Untersuchung von Anthropic übernahmen 86 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen in einem konkreten Entscheidungsszenario, in dem sie als Expertin urteilen sollten, die Meinung und Handlungsempfehlung von der KI. Obwohl einige sogar wortgleich deren Begründung wiedergaben, waren die meisten überzeugt, die Entscheidung sei mehr ihre eigene als die der KI. Nur 15 Prozent erwähnten den Einsatz von künstlicher Intelligenz überhaupt.
Dabei sind KIs, zusätzlich zu ihrer Fehleranfälligkeit, auch alles andere als neutral. Eine Untersuchung von Anfang der Woche hatte beispielsweise gezeigt, dass ChatGPT und Grok auf identische Fragen zu den US-Wahlen hin fast immer gegensätzliche Parteien und Kandidaten empfahlen: ChatGPT in der Regel die demokratischen, Grok fast immer die republikanischen.
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