// STADT-BREMERHAVEN — CYBERSECURITY
Proton: Stellungnahme nach Wirbel um interne KI-Interviews
von Carsten Knobloch
31. Okt. 2026 |
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Vor wenigen Tagen hatte ich darüber berichtet, dass es bei Proton intern brodelt: Eine durchgesickerte E-Mail hatte für ordentlich Unruhe gesorgt, weil Mitarbeiter zu ihrer Nutzung von künstlicher Intelligenz befragt werden sollten, angeblich mit möglichen Konsequenzen für ihren Arbeitsplatz. Nun hat sich das Unternehmen hinter Proton Mail, VPN und Co. öffentlich zu Wort gemeldet und versucht, die Wogen zu glätten.
In einer Stellungnahme räumt Proton Fehler ein und entschuldigt sich für die entstandene Verunsicherung. Entgegen den Befürchtungen soll es keine Nachinterviews und keine Kündigungen im Zusammenhang mit der Nutzung oder Nichtnutzung von KI geben. Man habe mit der Initiative lediglich herausfinden wollen, wie Werkzeuge intern eingesetzt werden und wo Schulungsbedarf besteht, die interne Kommunikation sei dabei allerdings gründlich schiefgelaufen.
Zudem trat Proton Vorwürfen entgegen, die im Zuge der Debatte in sozialen Medien laut wurden. Demnach setzt das Unternehmen keinerlei Tracking-Software ein, um Mitarbeiter auf ihren Arbeitsgeräten zu überwachen. Die genutzte Software zur Mobilgeräteverwaltung (MDM) diene rein administrativen Zwecken und erfasse keine Tastaturanschläge, Standorte oder Verhaltensdaten.
Gleichzeitig betont man, dass der Einsatz von KI niemals die Sicherheit der eigenen Dienste gefährden werde. Der gesamte Code bleibe quelloffen und werde durch zusätzliche Sicherheitsprüfungen geschützt, auch um sich gegen bösartige KI-Angriffe abzusichern.
Um das Vertrauen der Nutzer nicht zu verspielen, kündigte Proton konkrete Schritte für mehr Transparenz an:
* Offenlegung der internen KI-Richtlinien, inklusive klarer Regeln, wo KI eingesetzt werden darf und wo sie tabu ist.
* Veröffentlichung und Open-Source-Freigabe interner Werkzeuge, darunter auch erweiterte Versionen des hauseigenen KI-Assistenten Lumo.
* Einsicht in die internen Prozesse für Code-Reviews und Sicherheitsprüfungen.
Für ein Unternehmen, das Datenschutz und Privatsphäre als sein wichtigstes Produkt verkauft, war der Vorfall ein deutlicher Dämpfer. Ob die Entschuldigung und die versprochene Offenlegung ausreichen, um die skeptische Community zu beruhigen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Gab ja einige, die sich da wohl aufgeregt haben.
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