// EUROGAMER.DE — GAMING
Doom-Schöpfer John Romero findet neuen Publisher für eingestellten Xbox-Shooter
John Romero hat einen neuen Publisher für seinen eingestellten Xbox-Shooter gefunden. Mit einem deutlich kleineren Team wird das Projekt grundlegend überarbeitet. Dabei kann das Studio auf bereits entwickelte Inhalte zurückgreifen.
Nach den schwierigen vergangenen Monaten gibt es endlich positive Nachrichten von Romero Games. Das Studio rund um id-Software-Mitgründer John Romero hat einen neuen Publisher für seinen ursprünglich eingestellten Ego-Shooter gefunden. Allerdings wird das Projekt nicht einfach in seiner ursprünglichen Form fortgesetzt. Stattdessen arbeitet das verbliebene Team an einer umfassenden Neuausrichtung, die deutlich besser zu den mittlerweile stark geschrumpften personellen Ressourcen passt.
John Romero ist ein US-amerikanischer Spieleentwickler und gilt als einer der Pioniere des Ego-Shooter-Genres. Bekannt wurde er vor allem als Mitgründer von id Software, wo er an Spielen wie Doom, Wolfenstein 3D und Quake beteiligt war. Gemeinsam mit John Carmack prägte er maßgeblich die Entwicklung moderner Ego-Shooter. Heute leitet er zusammen mit seiner Frau Brenda Romero das Entwicklerstudio Romero Games.
Romero Games hatte 2022 erstmals angekündigt, an einer komplett neuen FPS-Erfahrung mit eigener IP zu arbeiten. Über die konkreten Inhalte des Projekts war bislang nur wenig bekannt. Im Sommer 2025 geriet die Entwicklung jedoch massiv unter Druck. Im Zuge der umfangreichen Entlassungswellen bei Microsoft und Xbox wurde das Spiel offenbar eingestellt. Später stellte sich heraus, dass Xbox der bislang nicht öffentlich bekannte Publisher des Projekts gewesen war. Für Romero Games stand sogar die Zukunft des gesamten Studios auf dem Spiel.
Im Gespräch mit VGChat John Romero nun über die aktuelle Situation gesprochen. Das Team habe zunächst so lange wie möglich versucht, seine Mitarbeiter zu halten und neue Finanzierungsmöglichkeiten zu finden, um die Entwicklung abschließen zu können. Letztlich seien Entlassungen jedoch unvermeidlich gewesen. Anschließend habe man überlegen müssen, wie es mit einer extrem kleinen Mannschaft weitergehen könne.
Besonders drastisch waren die Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl: Von ursprünglich rund 110 Beschäftigten schrumpfte das Team zwischenzeitlich auf gerade einmal fünf Personen. Inzwischen gibt es allerdings wieder Grund zur Hoffnung. Romero Games konnte einen neuen Publisher gewinnen und hat bereits zehn Mitarbeiter zurückgeholt. Dabei handelt es sich laut Romero um die Verantwortlichen der verschiedenen Unterteams, die zuvor an dem Shooter gearbeitet hatten.
Die Rückkehr der Entwickler bedeutet allerdings nicht, dass das ursprünglich geplante Spiel doch noch fertiggestellt wird. Romero stellt ausdrücklich klar, dass dies mit der aktuellen Teamgröße nicht möglich sei. Das ursprüngliche Projekt sei schlicht auf 110 Personen ausgelegt gewesen:
„Wir werden dieses Spiel nicht bis zum Ende bringen können. Dieses Spiel können wir nicht bis zum Ende bringen, weil es ein Spiel für 110 Personen ist.“
Stattdessen entsteht eine vollständig überarbeitete Version, die laut Romero im Grunde ein anderes Spiel darstellt. Dabei möchte das Studio allerdings nicht bei null anfangen. Zahlreiche bereits entwickelte Inhalte und technische Arbeiten sollen übernommen werden. Dazu gehören unter anderem die bisher entstandenen Artworks und Waffen. Dadurch habe das Team bereits einen erheblichen Vorsprung bei der Neuentwicklung.
Romero zeigt sich mit der aktuellen Ausrichtung zufrieden. Das Spiel werde gezielt für ein kleines Team konzipiert, weshalb ein größeres Entwicklerteam derzeit nicht notwendig sei.