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FAQ: Wie lief der "Gen Z regelt"-Protest? Wie geht es weiter?
Mehr als 180.000 Menschen hatten sich zum bundesweiten "Gen Z regelt"-Protesttag angemeldet. Es kamen deutlich weniger. Woran könnte es gelegen haben? Wie reagiert die Politik und welche neuen Aktionen sind geplant?
Es waren bundesweit Kundgebungen in mehr als 30 Städten geplant. Die Kundgebungen in Berlin, Köln, Frankfurt am Main und München wurden hauptverantwortlich von "Gen Z regelt" getragen. In anderen Städten hatten andere Organisationen Demonstrationen angemeldet. Nach Angaben der Initiative nahmen etwa 120.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ganz Deutschland an Demonstrationen teil - deutlich weniger als erwartet.
In Berlin versammelten sich laut Polizei etwa 5.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor. Die Initiative spricht von 10.000 Teilnehmenden. Kaja Schwab, eine der Sprecherinnen der Initiative, kritisierte in einer Rede die Politik. Der Jugend sei erzählt worden, "wenn wir uns nur genug anstrengen, wird es uns gut gehen", sagte sie. Stattdessen sei das Leben schwer bezahlbar geworden und die junge Generation soll "in den Kriegsdienst gezwungen werden".
Auch die Bildungs- und Protestforscherin Nina Kolleck war am Brandenburger Tor. Bei tagesschau24 erzählte sie, dass auch viele Ältere ihre Kinder bei den Protesten unterstützt hätten. Insgesamt seien es aber viel weniger Teilnehmer als erwartet gewesen. Sie vermutet einen Zusammenhang mit der Sorge vor Gewalt und der Entscheidung der Bundesschüler*innenkonferenz, nicht für diese Proteste zu mobilisieren. Deshalb hätten sich viele nicht getraut.
Zurzeit seien die Protestformen in Deutschland vergleichsweise friedlich, bislang stünden die Themen im Vordergrund, so Kolleck.
In Frankfurt zogen nach Polizeiangaben bis zu 8.000 Demonstrantinnen und Demonstranten durch die Innenstadt. Der Demonstrationszug wurde demnach mehrmals angehalten, weil einzelne Teilnehmende sich vermummt hatten und Rauchtöpfe zündeten. Nachts eskalierte die Situation in Teilen der Innenstadt.
In Köln wurde die Versammlung mit mehreren Tausend Teilnehmenden laut Polizei wegen "einzelner Störaktionen" wie Vermummung und Pyrotechnik vorzeitig beendet. In Essen, Münster und Bielefeld gingen laut Polizei Teilnehmende im unteren vierstelligen Bereich auf die Straße.
In Hamburg lag die Teilnehmerzahl nach ersten Polizeiangaben im niedrigen vierstelligen Bereich. Einige Demonstrierende hätten Pyrotechnik gezündet, es seien Einsatzkräfte beworfen worden.
Die Initiative "Gen Z regelt" ruft öffentlich ausdrücklich zu friedlichen Protesten auf. Diese sind aus ihrer Sicht nötig, damit Politik und Gesellschaft die Belange der jungen Generation wahrnehmen. "Die Lage junger Menschen ist prekär. Trotzdem werden wir nicht gehört", sagte Sprecherin Veronika Dinter bei einer Online-Pressekonferenz kurz vor dem ersten Protesttag am 31. Oktober.
"Gen Z regelt" solidarisiert sich mit Schülerinnen und Schülern in Frankreich. Dort wird bereits länger demonstriert.