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Kwi: KDE entwickelt Alternative zu Konsole
Mit Kwi entsteht derzeit ein neuer Terminal-Emulator für KDE Plasma, der sich durch eine moderne Architektur und deutlich höhere Geschwindigkeit von Plasmas Standard-Terminal-Emulator Konsole abheben soll. Der langjährige KDE-Entwickler Eike Hein stellte das Projekt am 1. November vor. Kwi befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium und ist zunächst als experimentelle Alternative zum etablierten Terminal-Emulator gedacht.
Während Konsole auf der älteren Qt-Technologie QWidget basiert und seine Darstellung überwiegend über die CPU abwickelt, setzt Kwi auf Qt Quick und Kirigami. Die Ausgabe erfolgt GPU-beschleunigt über Vulkan oder OpenGL. Als technische Grundlage dient libghostty-vt, eine Bibliothek des Terminal-Emulators Ghostty, die unter anderem die Verarbeitung von Terminal-Sequenzen übernimmt.
Erste Benchmarks bescheinigen Kwi je nach Test eine höhere Darstellungsgeschwindigkeit gegenüber Konsole. In einem besonders anspruchsvollen Grafiktest erreichte Kwi 870 Bilder pro Sekunde, während Konsole auf 23 kam. Diese Ergebnisse stammen allerdings aus ausgewählten Tests und lassen sich nicht ohne Weiteres auf den alltäglichen Terminal-Einsatz übertragen. Die GPU-Beschleunigung könnte zudem den Energieverbrauch reduzieren.
Neben der Geschwindigkeit bietet Kwi einige technische Vorteile. Dazu zählen eine verbesserte Darstellung von Schriftligaturen, Nerd-Font-Symbolen und komplexen Textformatierungen sowie eine präzisere Skalierung unter Wayland. Auch die automatische Übernahme des Plasma-Farbschemas einschließlich Änderungen während des Betriebs ist vorgesehen.
Bei modernen Terminal-Protokollen geht Kwi ebenfalls weiter als Konsole. Insbesondere das Kitty-Grafikprotokoll, über das sich Grafiken direkt im Terminal darstellen lassen, wird vollständiger und schneller unterstützt. Hinzu kommen Bildanimationen, erweiterte Zwischenablagefunktionen und Verbesserungen bei der Tastatureingabe. Auch die Barrierefreiheit soll durch eine optimierte Unterstützung von Screenreadern profitieren.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Architektur. Konsole stellt zwar eine einbettbare Terminal-Komponente bereit, wie sie beispielsweise Dolphin, Kate und Yakuake verwenden. Diese basiert jedoch ebenfalls auf QWidget. Kwi bietet zusätzlich ein QML-Modul, mit dem sich Terminal-Funktionen direkt in moderne Qt-Quick- und Kirigami-Anwendungen integrieren lassen. Für ältere QWidget-Anwendungen steht weiterhin eine KPart-Komponente zur Verfügung.
Trotz der technischen Fortschritte ist Kwi gegenwärtig kein vollwertiger Ersatz für Konsole. Der Funktionsumfang ist noch deutlich kleiner, und zahlreiche über Jahre entwickelte Möglichkeiten des etablierten Terminal-Emulators fehlen bislang. Eike Hein betont ausdrücklich, dass Kwi weder die Ablösung von Konsole noch eine offizielle Neuausrichtung des KDE-Projekts ankündigt.
Eine erste Version 0.1.0 wurde noch nicht veröffentlicht. Interessierte können den Quellcode bereits über KDE Invent beziehen. Dort stehen auch Nightly Flatpaks zum Testen bereit. Die Entwickler weisen ausdrücklich auf mögliche Fehler und noch fehlende Funktionen hin.
Langfristig könnte Kwi nicht nur als eigenständiger Terminal-Emulator dienen, sondern auch als Grundlage für weitere KDE‑Komponenten. Diskutiert wird unter anderem ein möglicher Ersatz für die klassische virtuelle Linux-Konsole auf Basis moderner KDE‑Technologien. Konkrete Entwicklungsarbeiten dazu haben allerdings noch nicht begonnen.
Mehr Geschwindigkeit bei der Darstellung habe ich persönlich in der Konsole noch nie vermisst. Aber insgesamt scheint Kwi ja eine sinnvolle Modernisierung zu sein. (Ein Screenshot im Artikel wäre noch nett gewesen.)
Die mit Abstand größte Verbesserung der letzten Jahre im Bereich Konsole für mich persönlich war ja, dass ich die Tastenkürzel zum Kopieren und Einfügen auf Strg+C und Strg+V geändert habe anstatt der historischen Standards mit Umschalt.