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Science - Afrika zerreißt: Messung zeigen, wie schnell sich der Kontinent spaltet – und ein neuer Ozean wächst [Best of GameStar]
Wo die Erde aufreißt, sprudelt Lava aus ihrem Inneren – eine künstlerische Darstellung. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf)
Tief in den Weiten Ostafrikas öffnet sich langsam die Erde. Der Prozess ist für das menschliche Auge nicht erkennbar, doch gewaltig in seiner Konsequenz: Denn der zweitgrößte Kontinent der Welt zerbricht.
Oberflächlich wirkt es wie eine leichte, kaum spürbare Vibration, ein feines Zittern, das sich über Millionen Jahre erstreckt und Kontinentalplatten voneinander abtrennt.
Unter den kargen Ebenen der Afar-Senke arbeitet die Zeit an einem neuen, noch namenlosen Ozean.
Geologen sprechen dabei vom Ostafrikanischen Grabenbruch, einer tektonischen Narbe, die sich von Äthiopien bis nach Mosambik über Tausende Kilometer zieht. Dort drängt Magma aus der Tiefe, dehnt die Kruste und lässt das Land aufbrechen.
Noch ist alles trocken: eine Landschaft aus Spalten, Basalt und Schwefeldampf. Doch irgendwann, wenn die Kräfte weiter wirken, wird Meerwasser in die Wunde strömen, und sich das Horn von Afrika vom Rest des Kontinents lösen.
Lange hielten Forscher diesen Prozess für das Sinnbild geologischer Zeiträume. Die Kontinentaldrift, auch Plattentektonik genannt, bewirkt Veränderungen von nur wenigen Millimetern im Jahr – sichtbar erst nach Äonen.
Für den Ostafrikanischen Graben nahm man daher an, dass es 20 bis 60 Millionen Jahre dauern würde, ehe aus Rissen ein Ozean wird. Doch nun deuten Satelliten und Sensoren darauf hin, dass sich der Wandel schneller vollzieht.
Neueste Messungen zeigen: Die Somalische Platte driftet Jahr für Jahr um rund sieben Millimeter von der Afrikanischen Hauptplatte fort. An manchen Stellen sind es entgegen früherer Schätzungen sogar mehrere Zentimeter.
Die amerikanische Geowissenschaftlerin Cynthia Ebinger von der Tulane University sprach Anfang 2025 von einer überraschenden Entwicklung: