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Verteilte Rechte und Exklusivdeal: RTS-Klassiker Dune 2 steckt im Lizenzchaos
Eine offizielle Neuveröffentlichung von „Dune 2“ ist trotz seiner prägenden Rolle für das moderne Echtzeitstrategiegenre kaum absehbar. Laut GOG sind die entscheidenden Rechte auf viele Parteien verteilt, was eine Neuauflage des Klassikers schwierig macht. Zudem könnte ein Exklusivdeal zu „Dune Awakening“ im Weg stehen.
Für eine offizielle Rückkehr von Westwoods „Dune 2: The Building of a Dynasty“ auf moderne PC-Plattformen müssten gleich mehrere rechtliche Hürden überwunden werden. GOG würde den RTS-Klassiker aus dem Jahr 1992 gerne in sein Preservation-Programm aufnehmen, doch die Rechte am Spiel selbst, an der zugrunde liegenden Verfilmung und an der heutigen Dune-IP liegen bei unterschiedlichen Parteien. Als zusätzlicher Faktor kommt die Vereinbarung zwischen Legendary Pictures und Funcom für „Dune Awakening“ hinzu.
Den Anfang des Echtzeitstrategiegenres markierte Dune 2 zwar nicht, für dessen weitere Entwicklung und späteren Erfolg lieferte Westwoods Spiel jedoch eine entscheidende Blaupause. Der Einfluss reichte unter anderem bis zu Blizzard und damit indirekt von „Warcraft“ bis zu späteren MOBAs wie „League of Legends“. Für Marcin Paczynski, Senior Business Development and Partnerships Manager bei GOG, gehört der Titel laut Kotaku auch aus persönlichen Gründen zu den „heiligen Gralen“, die der Anbieter zurückbringen und langfristig bewahren möchte.
Über Jahrzehnte gewachsene Lizenzverhältnisse erschweren dieses Vorhaben allerdings erheblich. Electronic Arts verfügt Paczynski zufolge inzwischen über den Spielcode, die Assets sowie die zugehörigen Rechte und Materialien von Dune 2, besitzt aber nicht die eigentliche Dune-IP. Hinzu kommt, dass die Westwood-Spiele nicht direkt auf Frank Herberts Büchern, sondern auf der Verfilmung aus dem Jahr 1984 beruhen. Auch deren Rechte sind verteilt: Universal Pictures produzierte den Film, während Produzent Dino De Laurentiis ebenfalls einen Teil der Filmlizenz hielt. Seit seinem Tod vor 15 Jahren befindet sich ein entsprechender Anteil beim Nachlass des Produzenten. Eine Einigung allein mit EA über den ursprünglichen Spielecode und dessen Assets würde für eine Neuveröffentlichung daher nicht genügen.
Zusätzliche Fragen ergeben sich aus den jüngeren Dune-Verfilmungen und den damit verbundenen Lizenzvereinbarungen. Legendary Pictures hält die entsprechenden IP-Rechte und hat für das Survival-Spiel „Dune Awakening“ einen Vertrag mit Funcom geschlossen, der Paczynski zufolge ein gewisses Maß an „Exklusivität“ vorsieht. Ungeklärt ist allerdings, ob diese Vereinbarung eine erneute Veröffentlichung der klassischen Westwood-Spiele tatsächlich ausschließt und ob davon beispielsweise auch Dune 2000 betroffen wäre.
Für Paczynski zählt Dune 2 aufgrund seiner persönlichen Verbindung zu den wichtigsten Kandidaten für eine Rückkehr auf GOG. Gleichzeitig verdeutlicht der Titel aus seiner Sicht besonders gut, welche Komplexität die Lizenzverhältnisse jahrzehntealter Spiele erreichen können: „Die Situation ist ein gutes Beispiel dafür, wie schlimm es bei den Lizenzverhältnissen eines Spiels werden kann“, fasst dieser das Problem zusammen. Die schwierige Rechtslage erklärt zugleich, warum bei vielen alten Spielen Fanprojekte, Mods und inoffizielle Patches dafür sorgen, dass die Originale weiterhin zugänglich bleiben. Im Allgemeinen müssen solche Projekte nicht dieselben juristischen und geschäftlichen Hürden überwinden, mit denen Unternehmen wie GOG bei einer offiziellen Neuveröffentlichung konfrontiert sind.