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Kleinsatellit überträgt Daten per Laser zur Erde
Datenstrahl statt Funkwelle: Ein griechischer Kleinsatellit hat eine Laser-Verbindung zu einer Bodenstation hergestellt, die inzwischen zweimal täglich weitgehend automatisch arbeitet. Über den eng gebündelten Lichtstrahl werden derzeit Daten mit einem Gigabit pro Sekunde übertragen. Der Test zeigt, dass auch kleine Satelliten leistungsfähige optische Verbindungen aufbauen können, deren Betrieb jedoch vom Wetter abhängt.
Thessaloniki (Griechenland). Für kleine Erdbeobachtungssatelliten wird der Datenverkehr zur Erde zunehmend zur Herausforderung. Hochauflösende Kameras sammeln immer größere Informationsmengen, während der Kontakt zu einer Bodenstation bei jedem Überflug nur kurz möglich ist.
Laser könnten diesen Engpass verringern, denn ihr gebündeltes Licht transportiert Daten mit hoher Geschwindigkeit. Allerdings muss der schmale Strahl eine Bodenstation treffen, obwohl sich der Satellit mit mehreren Kilometern pro Sekunde bewegt und Wolken die Verbindung unterbrechen können.
Nun hat der griechische Kleinsatellit ERMIS-3 eine optische Verbindung zur Bodenstation HolOGS-1 im Holomondas-Gebirge hergestellt. Der 8U-CubeSat besteht aus acht standardisierten Baueinheiten und wurde von der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen (NKUA) entwickelt.
Die Bodenstation wurde von der Aristoteles-Universität Thessaloniki (AUTh) aufgebaut und für den Laserempfang ausgerüstet. Das litauische Unternehmen Astrolight lieferte das Bordterminal ATLAS-1 und die zugehörigen optischen Komponenten der Bodenstation.
Schon beim ersten aktiven Überflug nahmen die beiden Geräte Kontakt auf. Bis zum dritten Überflug waren sie kalibriert und konnten sich nach einem festgelegten Zeitplan selbstständig aufeinander ausrichten und verfolgen. Das System lässt sich dabei aus Litauen fernbedienen.
ERMIS-3 startete am 30. März 2026 zusammen mit den Schwestersatelliten ERMIS-1 und ERMIS-2. Das Projekt gehört zum griechischen Raumfahrtprogramm, das von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unter anderem bei der technischen Erprobung unterstützt wurde.
Nach Angaben von Astrolight erreichte die Verbindung innerhalb einer Woche den regelmäßigen Betrieb mit zwei Kontakten täglich. Dabei überträgt ERMIS-3 derzeit Daten mit einem Gigabit pro Sekunde, sowohl tagsüber als auch nachts. Berechnungen zur Verbindungsreserve deuten darauf hin, dass unter passenden Bedingungen bis zu zehn Gigabit pro Sekunde möglich sein könnten. Diese zehnfache Rate wurde jedoch noch nicht als tatsächliche Übertragungsleistung nachgewiesen.
Bei Überflügen mit einem Höhenwinkel von mehr als 15 Grad meldet der Hersteller eine Verfügbarkeit der Laserstrecke von über 85 Prozent. Signale ließen sich sogar bei weniger als zehn Grad über dem Horizont empfangen, obwohl Wolken und Hindernisse den Lichtweg zeitweise unterbrachen. Nach solchen Unterbrechungen konnte das System die Verbindung nach Unternehmensangaben innerhalb von weniger als zehn Millisekunden wiederfinden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Laserstrahlen geschlossene Wolkendecken durchdringen können. Die Angaben stammen bislang aus den Mitteilungen der Projektpartner und sind keine unabhängig begutachtete Langzeitauswertung unter unterschiedlichen Wetterbedingungen.