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ARD: SWR-Intendant Kai Gniffke erhält fast 400.000 Euro
Vor neun Jahren veröffentlichte die ARD erstmals systematisiert die Gehälter ihrer Intendantinnen und Intendanten. Die Offenlegung war Teil einer Transparenzkampagne, durch die der in die Diskussion geratene Senderverbund Vertrauen bei den Gebührenzahlern herstellen wollte.
Ob das damals mit der Veröffentlichung gelungen ist, darüber kann man streiten. Denn unter anderem wurde auch das Gehalt des damaligen WDR-Intendanten Tom Buhrow bekanntgemacht, der in der Runde am meisten verdiente. Es handelte sich zu diesem Zeitpunkt um fast 400.000 Euro. Ein gefundenes Fressen für Kritiker von ARD und ZDF, die den Öffentlich-Rechtlichen vorwerfen, verschwenderisch mit seinen Etats umzugehen.
Nun hat die ARD auf ihrer Homepage erneut die Gehälter der Anstaltsleitungen aufgelistet, es betrifft das zurückliegende Jahr. Die Veröffentlichung fällt in eine Zeit, wo wieder über die Reform- und Sparvorgaben im Senderverbund debattiert wird. Unter diesem Aspekt kann die ARD kein Imagegewinn verbuchen, denn die Gehälter und das interne Intendanten-Ranking sind ziemlich identisch zu denen der Vorjahre. Zumindest auf dieser Ebene wurde kaum gespart.
Ganz oben in der Auflistung steht der SWR-Intendant Kai Gniffke. Er bekommt fast so viel Geld wie einst Tom Buhrow, nämlich 392.530 Euro. Gniffke hatte sich in seiner Zeit als ARD-Vorsitzender immer wieder als oberster Reformer und Sparkommissar der Senderfamilie ins Spiel gebracht. Ein Gespräch mit dem SPIEGEL, in dem er sagte, er werde in Sachen Sparen für »Halligalli« sorgen , löste innerhalb der ARD-Belegschaften Aufregung aus.
Auf Platz zwei im Ranking steht die WDR-Intendantin Katrin Vernau, die 2025 die Buhrow-Nachfolge angetreten hat . Sie verdient deutlich weniger als ihr Vorgänger, aber im Vergleich immer noch viel, nämlich rund 350.000 Euro. Auch Vernau hatte immer wieder betont, ihren Sender zu verschlanken. Es folgen die Intendantin des Bayerischen Rundfunks, Katja Wildermuth (340.00), RB-Intendantin Yvette Gerner (knapp 290.00), MDR-Intendant Ralf Ludwig (280.000), HR-Intendant Florian Hager (255.000) und SR-Intendant Martin Grasmück (245.000).
Beim NDR fällt die Zuschreibung schwer, weil im Abrechnungszeitraum 2025 ein Wechsel in der Intendanz stattfand – auf Joachim Knuth (bis 31. August 2025 knapp 250.000 Euro) folgte Hendrik Lünenborg (gut 100.000 ab dem 1. September 2025).
Das Schlusslicht bildet Ulrike Demmer, die beim RBB 220.000 Euro bekommt. Demmer hatte die Zwei-Länder-Anstalt nach einem Skandal übernommen, in dem Vorwürfe über Vetternwirtschaft und Geldverschwendung laut wurden. Ihre im Vergleich moderate Vergütung soll wohl auch ein Zeichen setzen.