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500 Millionen Dollar für Forschung zu Gehirn-ähnlicher KI
(C) unter Verwendung eines Motivs von Andrei Suslov / 123RF.com
Das neurowissenschaftlich ausgerichtete KI-Start-up Flourish hat in einer neuen Finanzierungsrunde 500 Millionen Dollar eingesammelt, die die Forschung an einer KI ermöglicht, die einmal wie das menschliche Gehirn funktionieren und mit 20 bis 50 Watt auskommen soll. Zu den Investoren gehört der Amazon Gründer und vielfache Milliardär Jeff Bezos.
Hätte die Forschung Erfolg, würde sie die Welt der heute existierenden KI auf den Kopf stellen, die für immer mehr Rechenleistung immer mehr Energie und Wasser verbraucht und damit auch immer teurer wird. Die Ursache für diese Entwicklung ist, dass Fortschritt bei der konventionellen KI hauptsächlich über die Skalierung der Rechenleistung angestrebt wird: mehr und schnellere Beschleuniger-Chips verarbeiten mehr Matrixmultiplikationen und verbrauchen dafür Hunderte Megawatt elektrischer Energie und enorme Mengen an Kühlwasser. Das menschliche Gehirn begnügt sich auf der anderen Seite mit um die 20 Watt. Und es verwendet dabei eine Architektur, die von der einer GPU grundverschieden ist: sparsame, Ereignis-getriggerte Signalisierung, massive Parallelisierung und die räumliche Nähe von Berechnung und Speicher, statt ständiger Datentransfers zwischen getrennten Bereichen.
Ob sich die Arbeitsweise des Gehirns einmal vollständig entschlüsseln lässt und ob sie sich in einen technischen Apparat übertragen lässt, ist allerdings offen. Neurowissenschaftler forschen seit Jahrzehnten an damit zusammenhängenden Fragen und hatten bisher keinen Erfolg. Nach wie vor gibt es keine vom Gehirn inspirierten Chips, die mit heutigen GPUs konkurrieren könnten. Auch Flourish hat zwar Geld und ein hochkarätig besetztes Team, bisher allerdings ebenfalls keinen funktionierenden Prototypen.
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