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Marktbericht: Zwischen Zahlenflut und US-Politik
An der Börse geht die Berichtssaison der Unternehmen zur Wochenmitte weiter. Zudem blicken die Anleger auf die US-Kongresswahlen, wo die oppositionellen Demokraten auf dem Vormarsch sind.
Der Ausgang der Zwischenwahlen in den USA (Midterms) könnte den DAX heute zunächst belasten. Der Broker IG Markets taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor der Eröffnung des Xetra-Handels 0,5 Prozent tiefer auf 25.730 Punkte. In der Nacht wurde er zeitweise sogar nur noch bei 25.532 Punkten gesehen.
Aktuell erholt sich der Index jedoch wieder etwas, so dass die Tendenz nicht in Stein gemeißelt ist. Am Vortag war der DAX bereits mit einem moderateren Minus von knapp 0,5 Prozent bei 25.864 Punkten aus dem Handel gegangen.
Die Berichtssaison der Unternehmen geht hierzulande weiter. Gleich mehrere DAX-Mitglieder öffnen heute ihre Bücher. Neben Autobauer BMW, der bereits am Vorabend seine Prognose senkte, werden Zahlen des Gesundheitskonzerns Fresenius, des Zementherstellers Heidelberg Materials, von Reifenhersteller Continental oder vom Internetportal Scout 24 erwartet. Auch aus dem MDAX und dem europäischen Ausland werden zahlreiche Unternehmensberichte erwartet.
Am Morgen wird derweil immer klarer, dass die oppositionellen Demokraten beide Kammern des US-Parlaments für sich gewinnen werden. Zwar war ein Sieg der Partei für das Repräsentantenhaus erwartet worden, für den Senat waren die Prognosen aber nicht so eindeutig. Nunmehr ist aber klar, dass auch im Senat die Mehrheit zugunsten der Demokraten wechseln wird.
In den USA droht nun das, was die Wall Street "Gridlock" nennt - politischer Stillstand. Denn auf der einen Seite steht der republikanische US-Präsident Donald Trump und auf der anderen wohl künftig ein von Demokraten dominierter Kongress. Dies sagen zumindest aktuelle Hochrechnungen. Es wäre eine herbe Niederlage für Trump ganz persönlich, denn er hatte die Parlamentswahlen zu einer Abstimmung über seine Politik gemacht.
Sie kommen demnach auf eine Mehrheit der 100 Sitze. Sie eroberten viele Schlüsselstaaten.
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Die Aussicht auf überraschende Erfolge der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat die Anleger verschreckt und die asiatischen Märkte unter Druck gesetzt. Vor allem in Japan und Südkorea ging es zuletzt mit Verlusten von über drei Prozent deutlicher bergab. Vor allem Kursverluste bei Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) drückten den japanischen Nikkei-Index deutlich ins Minus.
Die KI-Werte litten unter Sorgen, dass Zugewinne der Demokraten zu strengeren Regeln für Rechenzentrumsprojekte und gebremsten Ausgaben für die Infrastruktur führen könnten. "Die Demokraten gewinnen Sitze in einigen wichtigen Bundesstaaten. Das hat Befürchtungen über strengere Vorschriften für Investitionen in die KI-Infrastruktur geschürt", sagte auch Takamasa Ikeda, leitender Portfoliomanager bei GCI Asset Management.
Zum Handelsende konnte sich der Nikkei immerhin noch etwas erholen und schloss 1,4 Prozent tiefer.