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Europol: Schlag gegen internationales Netzwerk für Anlagebetrug
von Carsten Knobloch
4. Nov. 2026 |
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Ermittler aus mehreren europäischen Ländern haben gemeinsam mit Europol und Eurojust ein internationales Betrugsnetzwerk zerschlagen. Bei der Aktion wurden mehr als 100 Server beschlagnahmt und sieben Tatverdächtige festgenommen. Den Beschuldigten wird gewerbsmäßiger Online-Anlagebetrug vorgeworfen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gibt es potenzielle Opfer in mindestens 50 Ländern, der bisher bezifferte Gesamtschaden liegt bei über vier Millionen Euro.
Die Federführung der Operation lag bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe. An den Razzien waren Behörden aus Albanien, Zypern, Finnland, Deutschland, Israel, dem Kosovo und Nordmazedonien beteiligt. Die Einsatzkräfte durchsuchten insgesamt 17 Objekte, darunter auch ein aktives Callcenter im Kosovo. Die festgenommenen Personen sollen nach Deutschland ausgeliefert werden.
Ins Rollen kam das Verfahren bereits im Jahr 2022 durch die Anzeige eines Ehepaars aus Schleswig-Holstein. Die beiden hatten Geld auf einer Trading-Plattform investiert und konnten sich ihr angebliches Guthaben im Anschluss nicht auszahlen lassen.
Im Zentrum des Netzwerks steht ein Unternehmen mit Verbindungen nach Zypern und Israel, das den Ermittlungen zufolge als technischer Dienstleister nach dem Muster Crime-as-a-Service fungierte. Die Betreiber lieferten fertige, professionell wirkende Handelsplattformen für angebliche Investments in Kryptowährungen, Aktien und Devisen an kriminelle Gruppen.
Opfer wurden über manipulierte Werbeanzeigen auf die Fake-Websites gelotst. Nach einer ersten geringen Einzahlung zeigten fingierte Dashboards steil steigende Gewinne an. Anschließend schalteten sich Callcenter-Mitarbeiter aus Balkanländern ein, die per Telefon massiven psychologischen Druck aufbauten, um deutlich höhere Summen einzufordern. Verlangten Anleger eine Auszahlung ihres Geldes, folgten Ausflüchte und Verzögerungstaktiken, bis die Drahtzieher den Kontakt abbrachen.
Frühere Zugriffe in den Jahren 2022 und 2025 hatten bereits zu ersten Festnahmen geführt. Die Auswertung der damals beschlagnahmten Daten brachte die Ermittler schließlich auf die Spur der Server-Infrastruktur und der jetzt verhafteten Callcenter-Betreiber.
Man denkt immer, dass da heute keine Leute mehr reinfallen, aber man beobachtet vielleicht nur seine eigene Bubble. Aber schaut man mal außerhalb, da ist es schon gruselig, wie naiv manchmal durchs Internet geschlendert wird.
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