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Zelda: Ocarina of Time Remake im Test auf Switch 2 – Was heißt schon perfekt?
Nintendo liefert auf der Switch 2 ein Meisterwerk ab. Warum der Klassiker auch komplett ohne Nostalgie-Brille als durchweg perfektes Spiel triumphiert.
30 Jahre jung: Wenn The Legend of Zelda: Ocarina of Time es schafft, jemanden so dermaßen zu überzeugen, der absolut keine Nostalgie für das Original mitbringt, dann heißt das wohl, dass es so etwas wie zeitloses Spieldesign doch geben muss. Aufwand und vor allem Liebe flossen hier in die Restauration eines meisterhaften Originals und das Ergebnis ist etwas, das euer Leben substantiell bereichern kann.
Das Switch-2-Remake bringt Nintendos wegweisendes Action-Adventure von 1998 in die Moderne. Als Held Link reist ihr in Hyrule durch die Zeit, um das Königreich zu retten. Die Neuauflage besticht durch modernisierte Grafik, extrem flüssigen Spielfluss und überarbeitete Dungeons.
Was ist schon ein perfektes Spiel? Kann es das geben? Ich denke, dass jeder auf diese Frage eine eigene Antwort hat. Meine wäre aktuell wohl Elden Ring und Dead Cells. Niemals, im Leben nicht, hätte ich gedacht, dass ich mal das Zelda dazuzählen würde, das ich bisher nie wirklich gespielt hatte. Ich habe damals, Ende 1998, mal reingeschaut, war von der zähen Einleitung und der Aufdringlichkeit der kleinen Tutorial-Fee Navi so dermaßen abgeschreckt, dass ich mich schnell wieder Half-Life, Tekken 3 und Baldur’s Gate zuwandte. Insoweit ging ich komplett unvorbelastet in diesen Test und ihr findet hier exakt null Nostalgie für Zelda: Ocarina of Time. Aber ich verstehe jetzt völlig, warum jeder außer mir seit fast 30 Jahren bei der Erwähnung des Namens völlig steil geht. Das hier, 1998, in zugegebenermaßen ein paar Polygonen weniger, aber trotzdem... das war schlicht... wow. Es gab lange nichts, mit dem man es wirklich hätte vergleichen können.
Aber das wäre eine retrospektivistische Betrachtung, die ich höchstens spielehistorisch anstellen könnte. Aber da habe ich echt keine Lust drauf und sehe auch keine Notwendigkeit. Ich kann sagen, dass es absolut keine Rolle spielt, ob ihr hier mit Nostalgie oder völlig unbedarft als 50-Jähriger an die Sache rangeht. Denn euch erwartet ein perfektes Spiel.
Das beginnt mit der Handlung, einem Punkt, bei dem ich das nicht erwartet hätte. Ich habe in meiner Stunde mit Zelda damals das Spiel als Versuch abgetan, ein Kinderspiel abzuliefern. Schließlich ist alles niedlich und kindlich, Link ist ein Kind, er hat eine quietschige Fee. Zu einem gewissen Grad ist das nicht völlig falsch, die Handlung von Ocarina of Time ist jetzt kein Game of Thrones, logischerweise. Aber es ist auf die beste Art das, was Buchhändler Young-Adult-Fantasy nennen würden.
Eine durchaus epische und dramatische große Saga, die aber nicht eine gewisse Leichtigkeit und Humor in ihrer Welt vermissen lässt. Das Königreich ist in Gefahr, der Böse ist richtig böse, die Apokalypse steht vor der Tür, es gibt Zeitreisen und Zombies. Aber eben auch eine Unbeschwertheit und einen Humor, der das Ganze da, wo es nötig und möglich ist, abfedert. Niemals an unpassenden Stellen, niemals zu aufdringlich, niemals so, dass es für die dichte Atmosphäre des großen Epos schädlich wäre.
Sicher, in einigen Aspekten ist es noch sehr „videospielig“. Wenn man fünf Weise finden soll und es gibt fünf Tempel, dann lässt sich das in fünf Level übersetzen. Aber auch hier gibt es eine Lösung und die liegt in der brillant designten Spielwelt von Zelda: Ocarina of Time.
Es gibt in Ocarina eine Art offener Welt. Sie ist für heutige Maßstäbe natürlich winzig. Die weite Steppe, ein Hub-Gebiet, von dem die anderen Orte abgehen, ist früh frei zu erkunden und groß genug, dass es einen Eindruck von der Welt gibt. Sie ist ein Bindeglied, das zum einen das Spiel sortiert, zum anderen auf die einfachste Art die Welt zeigt, ohne dass sie als zu großes Spielelement von einem sonst sehr fokussierten Ablauf ablenken würde. Wo sich andere Welten schnell in Fläche und Selbstgefallen mit belanglosen Aufgaben verlieren, bekomme ich hier eine willk