// TAGESSCHAU INLAND — CRONACA
Reaktionen auf Tod Aiwangers: Söder spricht von "absoluter Tragödie"
Der unerwartete Tod von Hubert Aiwanger mit 55 Jahren hat parteiübergreifend Bestürzung ausgelöst. Der Chef der Freien Wähler war leblos in einem Hotel aufgefunden worden. Bayerns Ministerpräsident Söder sprach von einer "absoluten Tragödie".
"Wir sind alle zutiefst geschockt": Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und CSU-Chef hat bestürzt und fassungslos auf den plötzlichen Tod von Hubert Aiwanger reagiert. Er schrieb auf X von einer "absoluten Tragödie".
Aiwanger sei mitten aus dem Leben gerissen worden, schrieb Landtagspräsidentin Ilse Aigner auf X. "Ein großer Verlust für Bayern." Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Katharina Schulze, äußerte sich auf X in einer ersten Reaktion ebenfalls betroffen: "Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden."
Die Freien Wähler Bayern betonten, Aiwanger habe maßgeblich dazu beigetragen, dass aus einer kommunal verwurzelten politischen Kraft eine feste Größe in der bayerischen Landespolitik geworden sei. "Wir Freie Wähler in Bayern werden seine Überzeugung für eine sachorientierte Politik, die ausschließlich den Menschen dient, mit voller Kraft weiterleben und dafür eng zusammenstehen", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Armin Kroder. Fraktionschef Florian Streibl sagte: "Bayern wird ohne ihn ein anderes sein."
Der Freie-Wähler-Chef starb nach ARD-Informationen im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel.
mehr
Doch nicht nur in der bayerischen Landespolitik, wo Aiwanger als Parteichef der Freien Wähler, Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister gewirkt hat, ist die Bestürzung groß.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte Aiwanger als "streitbaren Politiker, für den seine bayerische Heimat immer im Mittelpunkt stand". Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) bezeichnete diesen als "streitbaren Politiker mit Ecken und Kanten, der für seine Überzeugungen kämpfte".
Streitbar war Aiwanger in der Tat. Er war streitlustig, aber auch umstritten. Er war ein Vollblutpolitiker und erlangte - auch mit seinem besonderen niederbayerischen Dialekt - auch bundesweit Bekanntheit.
2008 war Aiwanger mit seinen Freien Wählern erstmals in den bayerischen Landtag eingezogen und wurde deren Fraktionschef. Zehn Jahre später, 2018, schmiedeten CSU und Freie Wähler eine Koalition. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Eine Zäsur war der Spätsommer 2023. Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Bayern hatte ihn ein antisemitisches Flugblatt aus lang vergangenen Tagen eingeholt, das in seiner Schulzeit bei ihm gefunden worden war. Die Regierungskoalition mit der CSU stand am Rand des Scheiterns, Aiwanger drohte der Rausschmiss - und doch feierte er bei der Wahl wenige Wochen später ein neues Rekordergebnis von 15,8 Prozent für die Freien Wähler.