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Apple Watch: Umstrittene Funktionen Live Rewind und Siri Recap verfügbar
Mit der ersten Entwickler-Beta von watchOS 27.3 kommen zwei umstrittene AI-Funktionen für die Apple Watch Series 12 (Test) und Watch Ultra 4. Live Rewind zeigt kürzlich Gesprochenes als Text an, Siri Recap erstellt Zusammenfassungen von Unterhaltungen.
Beide Funktionen sind zwar freiwillig und müssen vom Nutzer aktiviert werden, sorgten aber schon zu ihrer Ankündigung für die Befürchtung, dass eben nur der Träger der Apple Watch weiß, dass sie aktiv sind, nicht aber sein Gesprächspartner, der so unfreiwillig Teil dieser Zusammenfassungen werden kann.
Apple hatte die neuen mikrofonbasierten Funktionen unter dem Namen Audio Intelligence zum Start der neuen Apple Watches vorgestellt. Sound Recognition und die Musikerkennung mit Shazam waren bereits zum Start verfügbar. Live Rewind und Siri Recap folgen nun mit der ersten Entwickler-Beta von watchOS 27.3. Beide Funktionen sind zunächst nur auf Englisch verfügbar. In der EU werden sie mangels Siri AI und wohl auch aufgrund von Datenschutzbedenken zunächst gar nicht starten.
Live Rewind zeigt nach einem Doppeltippen auf die Krone die vergangenen 15 Sekunden als Textausschnitt auf der Uhr. Das soll helfen, wenn man jemanden nicht verstanden hat oder sich nicht genau erinnert, was jemand gesagt hat. Anschließend lässt sich Siri zu dem transkribierten Mitschnitt befragen oder dieser in der Siri-App sichern. Wird er nicht verwendet, verschwindet er etwa 30 Sekunden, nachdem das Display abgedunkelt wurde. Die Audioaufnahme wird nicht gesichert und kann später nicht abgerufen werden, verspricht Apple. Zudem erfolge die Verarbeitung in einem geschützten Bereich des SoC, nämlich in der Secure Exclave auf dem S11-Chip.
Siri Recap geht weiter und erstellt im Tagesverlauf Notizen zu Unterhaltungen. Nach einem Gespräch legt die Funktion in der Recaps-Ansicht der Siri-App einen Titel, eine kurze Zusammenfassung und zentrale Punkte des Gespräch als Text ab. Ein direktes Protokoll als Transkription entsteht dabei nicht und Aussagen werden laut Apple auch keinen einzelnen Gesprächsteilnehmern zugeordnet. Zudem soll die Funktion sensible Angaben wie Finanzdaten und staatlich vergebene Identifikationsnummern bewusst in der Zusammenfassung auslassen.
Diese Zusammenfassungen werden nach sieben Tagen gelöscht, sofern sie nicht vom Nutzer gesichert werden. Sie lassen sich auch in die Apps Notizen oder Journal exportieren. Nutzer können Siri Recap nach Zeit und Ort planen, etwa auf den Arbeitsplatz beschränken oder nachts deaktivieren. Ein- und ausschalten lässt sich die Funktion manuell im Kontrollzentrum.
Laut Apple können weder Betriebssystem und Apps noch Nutzer oder Apple auf die kurzzeitig angelegten Audiomitschnitte zugreifen. Live Rewind wird direkt auf dem Gerät verarbeitet. Für Siri Recap wird eine verdichtete Fassung des Gesprächstranskripts in die Cloud gesendet, in der die Zusammenfassung entsteht.
Beide Funktionen sind optional. Voraussetzung sind eine Watch Series 12 oder Ultra 4 sowie ein gekoppeltes iPhone 16 oder neuer – mit Ausnahme des iPhone 16e – mit Apple Intelligence und Siri AI. Für Nutzer unter 13 Jahren sind die Funktionen zudem gesperrt. Auf die Entwickler-Beta soll eine öffentliche Beta folgen, bevor Apple die Funktionen allgemein bereitstellt.