// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Weitere Fälle von gehackten Kühlanlagen bekannt geworden
In Deutschland und Frankreich sind neue Fälle von durch Hacker manipulierten Kühlsystemen bekannt geworden. In Bayern traf es eine Metzgerei. In Frankreich einen besonders sensiblen Bereich: den Blutspendedienst.
Unbekannte Hacker haben erneut die Steuerungen von Kühlschränken manipuliert und damit teils erheblichen Schaden angerichtet. Die jüngsten Vorfälle reihen sich in eine Serie von Cyberattacken auf Kühlanlagen in Supermärkten in ganz Europa ein.
In der Nacht zum Montag waren in zahlreichen europäischen Ländern vergleichbare Manipulationen von Gefrier- und Kühlanlagen bekanntgeworden und hatten verbreitet Sorge um die Sicherheit vernetzter Systeme geschürt.
Wie das Polizeipräsidium in Regensburg mitteilte, sind mehrere Kühlhäuser einer Metzgerei im bayerischen Landkreis Neustadt an der Waldnaab gehackt worden. Die Täter veränderten die Temperatureinstellung in der Nacht zum Montag so, dass sich die Kühlhäuser auf bis zu 150 Grad erhitzten. Es sei ein Schaden im fünfstelligen Bereich entstanden.
Der Cyberangriff sei rechtzeitig entdeckt worden, so dass ein höherer Schaden vermieden werden konnte, hieß es von der Polizei. Es werde wegen des Verdachts "der Datenveränderung, Computersabotage und Sachbeschädigung" ermittelt.
Statt fünf waren es plötzlich 50 Grad: Hacker haben die Kühlanlagen in deutschen Supermärkten umgestellt.
mehr
Ein Hackerangriff auf einen weitaus sensibleren Bereich ist in Frankreich offenbar glimpflich ausgegangen: Mehrere Kühlschränke des französischen Blutspendedienstes, in denen Blutkonserven gelagert werden, seien von unbekannten Hackern von minus 30 Grad auf 110 Grad umprogrammiert worden, berichtete der Sender BFM.
Der Blutspendedienst bestätigte den Cyberangriff auf drei Anlagen eines Dienstleisters. "Die Sicherheit der Produkte wurde nicht beeinträchtigt", sagte der Leiter des Blutspendedienstes, Frédéric Pacoud, dem Sender. Wäre der Cyberangriff nicht so schnell entdeckt worden, hätten Blutkonserven verloren gehen können, die für Patienten bestimmt sind.
Ähnlich wie bei den Cyberattacken auf Kühlanlagen der Supermärkte in mehreren europäischen Ländern nutzten die Hacker die Tatsache, dass die Betriebstechnik sich online steuern lässt. In Frankreich hatte es bereits vor drei Wochen einen massiven Cyberangriff auf veraltete Kühlanlagen eines dänischen Herstellers in französischen Supermärkten gegeben. Überall mussten große Mengen an Lebensmitteln weggeworfen werden.
Bei einem Cyberangriff sind die Tiefkühlsysteme Hunderter französischer Supermärkte lahmgelegt worden.
mehr