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SpaceX treibt Mobilfunkpläne voran
SpaceX will Starlink in den USA als integrierten Mobilfunkanbieter etablieren und greift dabei zu Technik von Qualcomm. Auch eine Übernahme ist im Gespräch.
SpaceX treibt Pläne für den Eintritt von Starlink in den US-Mobilfunkmarkt mit Hochdruck voran. Während Qualcomm eine Plattform für den 5G-Ausbau am Boden beisteuert, verdichten sich die Gerüchte um eine mögliche Übernahme des Mobilfunkproviders Boost. Doch der Weg für Starlink bleibt steinig.
Qualcomm wird SpaceX seine Dragonwing-Plattform für 5G-Netze liefern, wie der Chiphersteller mitteilte. Demnach liefert Qualcomm für SpaceX terrestrische Infrastruktur für zehntausende Mobilfunkstandorte. Zum Einsatz kommt dabei Massive-MIMO mit einer 64/64-Antennenkonfiguration. Während Starlink zunächst ein 5G-Netz aufbaut, dient die Qualcomm-Plattform auch als Fundament für einen künftigen Ausbau mit 6G.
Die Vereinbarung mit Qualcomm läuft über mehrere Jahre. „So wie wir das sehen, sind sie sehr engagiert und meinen es ernst“, meint Qualcomm-Manager Durga Malladi.
„Starlink baut das erste vollintegrierte landesweite Satelliten- und Mobilfunknetzwerk auf“, sagt Starlink-SVP Michael Nicolls. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Qualcomm Technologies.“ Zum finanziellen Rahmen der Vereinbarung machen beide Unternehmen keine Angaben.
Der Ausbau soll im kommenden Jahr beginnen. Laut Branchenkreisen hat SpaceX zuletzt die Zielgröße von 80.000 Antennenstandorten für das eigene Netz ausgegeben. Das wäre in etwa die Größenordnung von etablierten Netzbetreibern wie der Telekom-Tochter T-Mobile US. Die US-Carrier beobachten die Ambitionen von SpaceX daher mit Argusaugen.
Doch wird der Weg auf den Mobilfunkmarkt auch für SpaceX-Wirbelwind Elon Musk kein leichter. Der Aufbau eines konkurrenzfähigen eigenen Netzes dürfte mindestens vier bis sechs Jahre dauern und etwa 300 bis 500 Milliarden US-Dollar kosten, schätzt Verizon-Chef Dan Schulman. Musk hingegen meint, er schaffe das in zwei bis drei Jahren.
Starlink erwägt deshalb offenbar auch, wie ein Mobilfunkprovider (Mobile Virtual Network Operator, MVNO) Kapazität bei den Netzbetreibern einzukaufen. Gespräche mit den US-Carriern sind laut Medienberichten bisher weitgehend ergebnislos geblieben. T-Mobile-CEO Srini Gopalan hat SpaceX bereits öffentlich eine Absage erteilt.
Auch eine Übernahme des MVNO Boost Mobile, über die schon eine Weile spekuliert wird, brächte SpaceX seinem Ziel nur mittelbar näher. Boost Mobile gehört zum Satellitenbetreiber EchoStar, dessen TV-Tochter Dish gerade ein Gläubigerschutzverfahren durchlaufen hat. EchoStar hat für seine Mobilfunkmarken Boost Mobile und Gen Mobile zuletzt 7,2 Millionen Kunden ausgewiesen.
Diese Kunden telefonieren noch in den Netzen von T-Mobile und AT&T. Deren Chefs üben sich schon mal in der Distanzierung: Sie gehen davon aus, dass im Falle einer Übernahme die Vereinbarungen mit Boost Mobile nicht automatisch auf den neuen Eigentümer übergehen. Kurzfristig würde der Zukauf SpaceX zumindest eine Kundenbasis und Strukturen für Verwaltung und Vertrieb einbringen.