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Kopfhörer MDR-3R: Sony bringt „Ikone der Walkman-Ära“ zurück
Sony nimmt am Achtziger-Hype teil und modernisiert klassische Walkman-Ohrhörer mit USB-C. Interessant dürfte der Klang werden – auch für die Umgebung.
Der MDR-3R kommt lobenswerterweise mit Austauschpolstern. Gefühlt wurde die alte Farbe nicht ganz erwischt.
Retro-Technik ist im Trend: Auf eBay werden Höchstpreise für alte Unterhaltungselektronik gezahlt, alte Rechner oder Spielecontroller werden in neuer Form wiederbelebt und junge Menschen entdecken die Autos, mit denen ihre Eltern aufgewachsen sind. Auch bei Sony möchte man an dem Thema mitverdienen und hat im Rahmen seiner Audioabteilung (die bislang nicht Teil der neuen Home-Entertainment-Kooperation mit dem chinesischen Hersteller TCL ist) ein tontechnisches Relaunch-Projekt gestartet. Dabei geht es um ein Gerät, das Vertreter aus der Generation X sofort erkennen dürften: die legendären On-Ear-Kopfhörer MDR-3.
Sie waren Anfang der Achtziger passend zum 1979 erstmals ausgelieferten Original-Walkman verkauft worden und dann über viele Jahre auf dem Markt. Berühmt sind sie nicht unbedingt aufgrund ihres Klangs, sondern wegen der bunten Schaumstoffüberzüge in Hellblau, Orange und später auch Schwarz – und ihrem interessanten Kopfanpassungsmechanismus, dessen Metallbügel den Verwender immer gerne leicht in die Finger stachen.
Sonys Revival entstand durch die Nutzung des MDR-3 (samt passendem Walkman WM-8) in der US-Hitserie „Stranger Things“, wo die Figur Max Mayfield (gespielt von Sadie Sink) ihn in entscheidenden Szenen auf den Ohren hatte, um (viel zu) oft Kate Bushs „Running Up that Hill“ vorgespielt zu bekommen. Sonys neuer MDR-3 nennt sich MDR-3R (für „Retro“ oder „Relaunch“, je nach Interpretation) und soll alten Look & Feel mit vergleichsweise moderner Technik kombinieren.
Statt des klassischen 3,5-mm-Klinkenanschlusses gibt es nun einen USB-C-Stecker, der zu Geräten mit USB-Audio-Klasse 1.0 kompatibel ist, beispielsweise iPhones oder Android-Geräte. Neu ist ebenfalls eine Inline-Fernbedienung samt integriertem Mikrofon, damit man telefonieren oder TikTok-Videos vertonen kann.
Dank Kabel braucht es keinen Akku und auch keinen Bluetooth-Funk; Strom kommt vom angeschlossenen Gerät. Die verbauten 23-mm-Treiber der On-Ears sollen „dieselben“ wie beim MDR-3 sein. Angaben zur Produktionslinie – und wie sie nachgebaut werden – machte Sony nicht. Das Unternehmen wirbt mit dem „charakteristischen Klang des Originals“. Dies habe man bei der Klangabstimmung subtil verfeinert, um „modernen Hörgewohnheiten Rechnung“ zu tragen.
Wer den MDR-3 einst hatte, wird sich an Klirrfaktorprobleme erinnern – ob sie der MDR-3R kopiert, müssen erste Tests zeigen. Klar ist auch, dass die MDR-3R als offene On-Ears auch den Rest des Raumes mitbeschallen – insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln dürfte das unangenehm für die Mitreisenden sein. Wie stark das stört, bleibt abzuwarten. Moderne Verfahren wie eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC) baut Sony nicht ein. Das hatte Bose kürzlich mit einem neuen kabelgebundenen Modell getan.
Der MDR-3R wird in zwei Varianten auf den Markt gebracht. Die Standardversion kommt mit zwei austauschbaren Ohrpolstersätzen: Einer ist orange, der andere hellblau. Ob Sony diese auch einzeln auf den Markt bringt, ist bisher nicht bekannt Außerdem wird es, passend zur schon im vergangenen Jahr zu Ende gegangenen „Stranger Things“-Show, eine Sondervariante geben. Diese liefert schwarze und „Stranger Things“-rote Polster sowie das eingravierte Logo der Show.
Verpackung der MDR-3R-Variante für „Stranger Things“-Fans.