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EA-Klassiker: Zufälliger Archivfund machte Neuauflagen erst möglich
Ein Zufallsfund in einem Lagerraum von Electronic Arts gab den Anstoß für sieben Neuauflagen klassischer Spiele, die nun auf Steam und GOG erhältlich sind. Mit Moddern entstanden die Anniversary Editions auf Grundlage von fast 20.000 historischen Medienobjekten, von denen EA 6.000 mit 2.500 Stunden Filmmaterial digitalisierte.
Den Anfang nahm das Projekt im März 2022, als EA-Produzent Jim Vessella nach seiner Rückkehr aus der Pandemie einen Lagerplatz für etwa 200 Betacam-Kassetten suchte. Diese enthielten die originalen Zwischensequenzen von Command & Conquer Remastered, an dessen Entwicklung er zuvor beteiligt gewesen war. Ein Mitarbeiter der Gebäudeverwaltung zeigte ihm daraufhin einen bis dahin unbeachteten Lagerraum. Dort lagerten nahezu 20.000 historische Medienobjekte, darunter Betacam-, VHS- und D1-Kassetten, Filmrollen, CD-ROMs und weitere Datenträger. Von der Entdeckung berichtet Vessella in einem Blog-Eintrag über die Restaurierungsarbeiten.
In den folgenden sechs Monaten widmete sich Vessella neben seiner regulären Arbeit der Sichtung und Dokumentation des umfangreichen Bestandes. Die anschließende systematische Neuordnung übernahm Greg Roensch von der Initiative EA Story, der die Arbeiten schließlich im Sommer 2023 abschloss. Anfang 2024 begann dann die Digitalisierung, für die insgesamt vier Betacam-Abspielgeräte, ein Videorekorder und ein kleines externes Team zur Verfügung standen. Über acht Wochen liefen die Geräte im Schichtbetrieb täglich rund 17 Stunden, weitere 500 Medienobjekte mit seltenen Formaten ließ EA von einem spezialisierten Dienstleister in San Francisco digitalisieren.
Bis April 2026 konnten auf diese Weise insgesamt 6.000 Medienobjekte mit schätzungsweise 2.500 Stunden historischem Videomaterial aus unterschiedlichen Spielen gesichert werden. Zu den wichtigsten Funden zählten die Original-Masterbänder von Wing Commander und Road Rash, die anschließend die Grundlage für mehrere Restaurierungsprojekte bildeten.
Besonders umfangreich fiel die Wiederherstellung des Filmmaterials für Wing Commander III aus: Mehr als 600 digitalisierte Kassetten ermöglichten es EA, nahezu sämtliche Originalaufnahmen zu rekonstruieren. Im Sommer 2024 begann Vessella gemeinsam mit Mitgliedern der Wing-Commander-Community, die Bestände zu katalogisieren. Ende des Jahres wandte er sich an Modder Matt Wells, dessen Enhancement Patch für die Kilrathi-Saga-Fassung bereits hochauflösende MP4-Videos unterstützte. Die weitere Entwicklung wurde größtenteils über Slack koordiniert: Wells lieferte neue Patch-Versionen, die Vessella anschließend erprobte und hinsichtlich Fehlern, technischer Besonderheiten und Verbesserungsmöglichkeiten bewertete.
Zunächst bereitete Vessella über einen Zeitraum von sechs Monaten rund 475 Zwischensequenzen auf. Dazu musste er die Aufnahmen aus den Masterbändern extrahieren, den jeweiligen Spielszenen zuordnen und teilweise Bild für Bild korrigieren. Später folgten weitere 460 Kommunikationsvideos. Während die ursprüngliche Veröffentlichung aus Platzgründen zahlreiche Sequenzen mehrfach verwendete, enthält die restaurierte Fassung für einzelne Charaktere nun mehr als 40 unterschiedliche Varianten. Wie aufwendig die Zusammenarbeit ausfiel, schildert Vessella in einem Video des YouTube-Kanals „The Game Business“: Demnach verbrachten beide an einem Samstagabend im Jahr 2025 mehrere Stunden damit, einen Absturz zu analysieren, dieselbe Mission dutzende Male unter wechselnden Bedingungen zu wiederholen und die dabei entstandenen Protokolldateien auszuwerten.
Parallel zur Integration des restaurierten Videomaterials entwickelte Wells seinen Enhancement Patch technisch weiter. Neben Bildraten von bis zu 60 FPS bietet dieser zahlreiche Konfigurationsoptionen und eine Kalibrierung der Eingabegeräte. Für etwa 20 Controller und Joysticks stellte Vessella außerdem vorkonfigurierte Standardprofile zusammen. Insgesamt arbeiteten die beiden mehr als zwei Jahre an der Neuauflage.
Auch bei Wing Commander IV l