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Paramount will Spiele zu Yellowstone und Tulsa King machen, aber bitte nicht als Lizenz-Ramsch
Nach Teenage Mutant Ninja Turtles stehen die Serien-Hits von Taylor Sheridan im Fokus des neuen Studios – von der Western-Ranch bis zur Mafia.
Paramount Games hat offenbar ziemlich konkrete Vorstellungen davon, welche Marken des Konzerns künftig auch als Videospiele funktionieren sollen. Nach der offiziellen Vorstellung der neuen Gaming-Sparte steht zunächst Teenage Mutant Ninja Turtles: The Last Ronin im Mittelpunkt. Das Action-Adventure entsteht bei PlatinumGames und basiert auf der düsteren Comic-Vorlage um den letzten überlebenden Turtle. Doch Paramount denkt bereits deutlich weiter. Besonders die Serienwelt von Taylor Sheridan soll dabei eine größere Rolle spielen.
Als Head of Creative bei Paramount Games Studio bringt Shawn Kittelsen tiefe Gaming-Erfahrung mit. Er prägte zuvor als Autor und Produzent bei NetherRealm und Skybound Hits wie Mortal Kombat 11 und Injustice 2 – beste Voraussetzungen für narrative Blockbuster-Lizenzen.
Im Gespräch mit Polygon erklärte Shawn Kittelsen, Head of Creative and Production bei Paramount Games Studio wörtlich: „Alle Yellowstone- und Yellowstone-nahen Titel, Landman, Tulsa King, all das hat für uns Priorität". Auch Lioness wird in diesem Zusammenhang genannt. Konkrete Spiele wurden bislang allerdings nicht angekündigt. Es gibt also weder ein bestätigtes Entwicklerstudio noch Plattformen oder ein Veröffentlichungsfenster.
Interessant ist der Vorstoß, weil Paramount damit einen Bereich betritt, in dem Hollywood-Marken schon oft ziemlich teuer gegen die Wand gefahren wurden. Die ersten Spielideen liegen schnell auf der Hand: Yellowstone als Open World rund um Ranch, Revier und Familie, Tulsa King als Mafia-Spiel in einer fremden Stadt, Landman als Wirtschafts- oder Strategiespiel im Ölgeschäft. Das klingt plausibel. Die bequemste Antwort ist aber nicht zwangsläufig die beste.
Kittelsen betont deshalb, Paramount wolle seine Marken nicht wahllos lizenzieren. Wenn man alles nur durchreiche, um kurzfristig Geld mitzunehmen, merke das Publikum sofort, dass nicht das Spiel im Mittelpunkt steht, sondern der Name auf der Verpackung. Stattdessen wolle man Schritt für Schritt die passenden Partner und die passenden Spiele für das jeweilige Publikum finden. Auch bei der Auswahl externer Studios möchte Paramount vorsichtiger sein. Kittelsen formuliert es als klare Abkehr vom Lizenz-Streufeuer: keine Masse, keine Zufallstreffer, sondern gezielte Einschläge. Man wolle „Raketen, keine Kugeln“, sagte er.
Das klingt nach sauberer Strategie, muss sich aber erst beweisen. Der Vergleich mit The Godfather liegt nahe. Electronic Arts brachte 2006 ein Open-World-Spiel zu Der Pate heraus, das damals durchaus funktionierte. Die Fortsetzung von 2009 kam deutlich schlechter an und beendete die Reihe praktisch wieder. Seitdem ist die Messlatte für offene Krimiwelten massiv gestiegen. Wer heute in die Nähe von Mafia, Red Dead Redemption oder Grand Theft Auto will, braucht mehr als bekannte Namen oder prominente Gesichter.
Bei Sheridan-Stoffen kommt noch etwas hinzu: Die Zielgruppe dieser Serien ist nicht das klassische Gaming-Publikum. Yellowstone funktioniert als Serie, weil es Familiendrama, Machtkämpfe, Western-Mythos und moderne Besitzstandspanik auf unterhaltsame Weise verbindet. Ein gutes Spiel müsste dafür erst eine eigene spielerische Form finden. Pferde, Ranches und Revolver reichen nicht. Wer nur die Oberfläche der Serie übernimmt, landet schnell bei genau jener Lizenzgrütze, vor der Paramount gerade selbst warnt.
Parallel nähert sich Sheridan dem Gaming-Bereich bereits von der anderen Seite. Für Paramount arbeitet er am Drehbuch des geplanten Call-of-Duty-Films, bei dem Peter Berg Regie führen soll. Der Film ist derzeit für den 30. Juni 2028 angesetzt.