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Sorgen um Weihnachtsgeschäft wegen teurer Elektronik
Teure Speicherchips trüben das Festgeschäft: Weil gedrosselte Produktion auf weltweiten KI-Boom trifft, sind Preise für Laptops, Handys und Hardware hoch.
Ob Computer, Smartphones oder Speicherkarten: Verbraucher müssen im Weihnachtsgeschäft für etliche Elektronikprodukte tiefer in die Tasche greifen. Ursache sind die gestiegenen Kosten für Speicherchips.
„Die anhaltende Knappheit bei Halbleitern und Speicherkomponenten verteuert derzeit Produkte wie PCs, Smartphones und SSDs“, sagt eine Sprecherin des Elektronikfachhändlers MediaMarktSaturn. Die Hersteller gäben die gestiegenen Kosten zunehmend weiter. Um die Margen stabil zu halten, seien weitere Preisanpassungen nicht auszuschließen. Wie sich die Lage weiterentwickelt, hängt nach Angaben der Sprecherin maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Chip- und Speicherproduktion stabilisiert.
Da die großen Chiphersteller inzwischen einen Teil ihre Kapazitäten über Jahre im Voraus verkaufen, ist nicht so bald mit einer Besserung für die Verbraucher zu rechnen. SK Hynix etwa hat die Hälfte seiner Produktion bis 2028 schon vergeben, die Marktforscher von Gartner rechnen ebenfalls frühestens in zwei Jahren mit einer Entspannung. Andere Analysen sehen ein Anhalten der sogenannten Speicherkrise bis 2030.
Nach Angaben des Marktforschers NIQ sind im Bereich der IT-Produkte nahezu alle Warengruppen, die Speicherchips enthalten, von dem Kostenanstieg betroffen. „Dieser Effekt ist für Kunden bereits deutlich zu spüren“, sagte NIQ-Experte Andreas Peplinski. Die Endverbraucherpreise für viele IT-Produkte seien zuletzt rasant gestiegen. Die Durchschnittspreise von Grafikkarten lagen im September demnach fast doppelt so hoch wie im Vorjahresmonat. Desktop-PCs kosteten 41 Prozent mehr, Laptops und Tablets verzeichneten prozentual zweistellige Zuwächse. Bei Smartphones sei ebenfalls ein signifikanter Preisanstieg zu beobachten.
Hinter dem Preisschub an den Ladenkassen steht ein klassisches Marktphänomen, das die Halbleiterindustrie seit Jahrzehnten prägt: der sogenannte „Schweinezyklus“. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Landwirtschaft und der Warenterminbörse, wo hohe Schweinefleischpreise Bauern dazu brachten, massenhaft neue Tiere zu züchten – was Monate später zu einem Überangebot, abstürzenden Preisen und anschließendem Mangel führte, da die Zucht nicht von heute auf morgen an die Nachfrage angepasst werden kann.
Auf die Chipindustrie übertragen heißt das: Nach dem extremen Nachfrageboom während der Corona-Pandemie war der weltweite Speichermarkt in eine tiefe Krise gerutscht. Die Lager waren voll, die Preise für Arbeitsspeicher (DRAM) und Flash-Speicher (NAND) brachen massiv ein. Um den ruinösen Preisverfall zu stoppen und Milliardenverluste abzuwenden, zogen die dominierenden Branchenriesen wie Samsung, SK Hynix und Micron die Notbremse: Sie drosselten ihre Wafer-Produktion drastisch, legten Fertigungslinien still und froren milliardenschwere Investitionsprogramme für neue Fabriken ein.
Das Kalkül der Hersteller ging auf, doch nun schlägt das Pendel mit voller Wucht in die Gegenrichtung aus. Denn während das Angebot künstlich verknappt wurde, schoss die Nachfrage durch den weltweiten Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) explosionsartig in die Höhe. Technologiekonzerne kaufen Speicherkomponenten derzeit in schwindelerregenden Mengen auf.
Genau hier greift die Falle des Zyklus: Die zuvor heruntergefahrene Produktion lässt sich in der hochkomplexen Halbleiterfertigung nicht auf Knopfdruck wieder hochfahren. Bis neue Fertigungslinien installiert, Reinräume zertifiziert und die sensiblen Produktionsprozesse fehlerfrei kalibriert sind, vergehen viele Monate bis hin zu Jahren. Zudem verlagern die Hersteller ihre knappen, reaktivierten Kapazitäten vorrangig auf extrem margenstarke Spezialbausteine für KI-Server wie High Bandwidth Memory (HBM). Auch die für Mobilgeräte nötigen LPDDR-Bausteine werden zunehmend in Server-Komponenten eingesetzt.
Die Folge ist ein mass